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Neue Proteste gegen serbische Schilder im kroatischen Vukovar

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Neue Proteste gegen serbische Schilder im kroatischen Vukovar

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Im kroatischen Vukovar wollen sich einige nicht damit abfinden, dass Behördenschilder nun auch mit den kyrillischen Buchstaben der Serben beschriftet werden. Einige hundert Gegner dieser Vorschrift demonstrierten auch an diesem Tag
wieder; am Montag hatten sie die ersten Schilder zerschlagen und abgerissen.

Später wurden neue Schilder angebracht und diesmal von einem größeren Polizeiaufgebot geschützt. Bei den Protesten vom Montag wurden mehrere Polizisten verletzt und einige der Demonstranten festgenommen.

Die Stadt an der Grenze zu Serbien befolgt mit den Schildern nur ein kroatisches Gesetz: In Vukovar machen serbischstämmige Bewohner knapp über ein Drittel der Bevölkerung aus – damit ist eine zweisprachige Beschilderung Pflicht.

Allerdings tobte hier der jugoslawische Bürgerkrieg besonders heftig, Vukovar wurde 1991 schwer zerstört, Hunderte seiner Bewohner während der Belagerung und nach dem Fall der Stadt getötet. Selbst Schilder auf Serbisch im Stadtbild
sind da manchen schon zuviel, auch nach über zwanzig Jahren.

In anderen kroatischen Orten gab es dagegen keine Proteste gegen serbischsprachige Schilder. Auch italienische Schilder in Grenznähe auf der Halbinsel Istrien sind unumstritten.