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Seit 50 Jahren blubbert die Lavalampe

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Seit 50 Jahren blubbert die Lavalampe

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Ein wenig Eigelb gefällig oder rote Blutkörperchen in Aspik? So ähnlich sieht es aus, was sich in der psychodelischen Lavalampe abspielt. Das kultige Relikt aus der Hippiezeit feiert seinen 50. Geburtstag. Imitationen gab schon so einige, das Original stammt jedoch aus Großbritannien und wurde 1963 vom Briten Edward Craven-Walker erfunden. Die zweite der vier Ex-Ehefrauen des Exzentrikers erinnert sich an die Geburtsstunde der Lavalampe.

“Damals war alles ein bisschen psychodelisch, wissen Sie, die Carnaby Street, die Beatles und die Weltraumerkundung. Mein Mann fand die Idee irgendwie flippig, und sagte sich, das lohnt sich, mal sehen, was daraus wird”, sagt Christine Craven-Walker.

Beim Manipulieren einer Eieruhr mit Wachskügelchen kam Craven Walker auf die Idee mit der Blubberleuchte, feilte an dem Konzept und brachte seine erste Produktion zunächst unter dem Namen Astro Lamp heraus.

Als Lava Lamp sollte sie die Herzen und Wohnzimmer der wilden Sechziger Jahre erobern. Sogar Beatles Drummer Ringo Starr hatte eine bei sich zu stehen. “Wer die Lampe kauft, braucht keine Drogen”, sollte Craven-Walker einmal sagen.

Gemeinsam mit Rockmusik und der ersten Mondlandung zählt die britische Designikone zu den Symbolen einer ganzen Epoche.

Edward Craven-Walker arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 2000 an der Perfektionierung der Lavalampen-Formel. Die kultigen Leuchten werden noch heute in der von ihm gegründeten Firma in der Küstenstadt Poole hergestellt. Nach einer Durststrecke in den 80er Jahren erlebte die Lavalampe in den 90ern ein regelrechtes Comeback.

“Erfunden wurde sie von einem zugegeben etwas exzentrischen Mann, was im Grunde typisch britisch ist, schräg und individualistisch”, berichtet die heutige Inhaberin der Beleuchtungsfirma Mathmos, Cressida Granger. “Die Lampe ist Teil der britischen Tradition.”

Anthony Voss zum Beispiel ist überzeugter Lavalampen-Sammler und kann sich gar nicht sattsehen am Spiel der zähen Flüssigkeiten. “Sie haben etwas Faszinierendes, das die Menschen anspricht. Ich glaube, es ist diese fließende Bewegung, eine Mischung aus Licht und Chaos. Das fasziniert die Leute. Bevor man es merkt, starrt man schon seit 15 Minuten auf die Lampe.”

Nicht nach jedermanns Geschmack – aber auf jeden Fall Kult. Die Lavalampen werden in der ganzen Welt verkauft. Zum 50. Jubiläum wurden die ersten Modelle neu aufgelegt.