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Barack Obama vor G-20-Gipfel auf Abstecher in Schweden

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Barack Obama vor G-20-Gipfel auf Abstecher in Schweden

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Barack Obama ist auf dem Weg zum G-20-Treffen in das russische Sankt Petersburg. Das bietet Gelegenheit für eine Zwischenlandung in Schweden, das quasi auf dem Weg liegt. 23 Stunden lang wird der amerikanische Präsident in der Hauptstadt Stockholm bleiben.

Obama kann hier auf freundliche Behandlung hoffen: Seine Gastgeber wollen unangenehme Themen wie den Abhörskandal oder das Gefangenenlager Guantánamo auslassen. Die Opposition würde Obama gerne damit konfrontieren: Die Regierung lehnt das aber ab, weil in diesen Fragen der Kongress entscheide – und nicht Obama.

Schwedens Regierungschef hatte Obama im Juni eingeladen, unter anderem mit einem Verweis auf vier Millionen Amerikaner, die schwedischer Abstammung seien.
Den bisher geheimgehaltenen Einladungsbrief veröffentlichte jetzt die Zeitung Expressen. Fredrik Reinfeldt empfiehlt sein Land darin auch als Mitstreiter für das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Er schlägt Obama aber auch einen würdigen Besuchsanlass vor, nämlich eine Ehrung für den schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, der in Ungarn viele tausend Juden vor den Nazis rettete. Wallenberg ist seit damals verschollen; in den USA wurde er vor gut dreißig Jahren zum Ehrenbürger gemacht.

Die Ehrung in Stockholm wird heute nachmittag stattfinden; dabei nimmt Wallenbergs 92-jährige Halbschwester eine hohe amerikanische Auszeichnung entgegen, die ihm letztes Jahr posthum verliehen worden war, im Jahr seines hundertsten Geburtstags.

Zum ersten Mal besucht mit Barack Obama ein amerikanischer Präsident auch wirklich Schweden: Zwar war der jüngere George Bush schon hier, aber er kam damals, weil Schweden gerade den Ratsvorsitz der EU hatte. Am Abend wird Obama auch die anderen nordischen Staats- und Regierungschefs treffen, morgen vor seiner Abreise noch das schwedische Königspaar.