Eilmeldung

Eilmeldung

Erinnerung an deutsches Kriegsmassaker im französischen Oradour

Sie lesen gerade:

Erinnerung an deutsches Kriegsmassaker im französischen Oradour

Schriftgrösse Aa Aa

Die Kirche ist eine Ruine, und der ganze Ort besteht aus Ruinen: Hier, im französischen Oradour-sur-Glane, hat 1944 die deutsche SS gewütet.

Mit Joachim Gauck kommt nun zum ersten Mal ein deutsches Staatsoberhaupt hierher. Frankreichs Präsident begleitet ihn; dazu einer der beiden letzten Überlebenden des Blutbads, das sich vor fast siebzig Jahren in Oradour abgespielt hat.

Versöhnung müsse auf Wahrheit beruhen, sagt François Hollande. Gleich nach dem Krieg, daran erinnert er unter Verweis auf Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, hätten sich beide Länder beherzt dazu entschlossen, für eine gemeinsame Zukunft die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Die Zeit heilt so etwas kaum, weiß Gauck: “Das Verbrechen, das hier geschah”, sagt er,
“wurde von Soldaten unter deutschem Befehl verübt. Deswegen ist es für jeden Deutschen ein schwerer Gang, hierher zu kommen – egal, wieviel Zeit auch immer vergangen ist.”

Nur sechs Menschen überlebten damals überhaupt: Weit über sechshundert – genau 642, die meisten von ihnen Frauen und Kinder – wurden von der SS an mehreren Orten zusammengetrieben, vor allem in der Kirche.

Die Deutschen schossen wild auf sie und legten dann Feuer. Den Ort zerstörten sie – warum es damals ausgerechnet Oradour traf, weiß niemand.