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Mit vereinten Kräften gegen die "Großen Drei": Microsoft übernimmt Nokia-Mobilsparte

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Mit vereinten Kräften gegen die "Großen Drei": Microsoft übernimmt Nokia-Mobilsparte

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Paukenschlag im Smartphone-Markt: Der US-Konzern Microsoft übernimmt das Kerngeschäft von Nokia – für rund 5,4 Milliarden Euro. Microsoft will mit Nokia unter einem Dach schneller im Smartphone-Markt aufholen. Dort geben Apple, Samsung und Google den
Ton an. Nokia-Lenker Stephen Elop, ein früherer Microsoft-Manager, wird bereits als Nachfolger für den scheidenden Microsoft-Chef Steve Ballmer gehandelt.

Alexander Stubb finnischer Europa-Minister:

“Wahrscheinlich ist bei jedem Finnen die persönliche Reaktion ein bisschen emotional. Natürlich gehöre auch ich zu der Generation, die mit so einem Nokia aufgewachsen ist. Ich hatte auch eines von diesen ersten Riesen-Handys, die waren wie Ziegelsteine. Nokia ist auch mit der modernen Erfolgsgeschichte Finnlands verknüpft. Wir sind mit Nokia in den 1990er und 2000er Jahren von einem Top-30-Land zu einem Top-3-Land aufgestiegen. Ich sehe dabei immer durch jede Wolke den Silberstreif am Horizont und die positive Seite. Wir haben jetzt zwei IT-Riesen in Finnland, einmal Microsoft und zum Anderen Nokia – Nokia hat mehr als die Hälfte des Geschäfts noch hier im Land. Finnland bleibt die IT-Drehscheibe für Europa, jetzt und für die absehbare Zukunft. Es ist eine Ehe von zwei Riesen, und ich denke, da kommt was Gutes dabei raus.”

Was bleibt dem einstige Handyriesen? Vor allem Netzwerkausbau und Kartendienste. Mit einem Schlag verliert er fast 50 Prozent seines Umsatzes (rund 2,7 Milliarden Euro im zweiten Quartal dieses Jahres von insgesamt 5,7 Milliarden Euro) und ein Drittel seiner Mitarbeiter. Seit langem laufen in der Mobiltelefon-Sparte aber auch die Probleme auf.

So verpassten Nokia-Manager die Popularität von Modellen zum Aufklappen und waren langsam mit Touchscreen-Handys. Von April bis Juni brach der Umsatz mit Mobiltelefonen im Vergleich zum Vorjahresquartal um satte 32 Prozent ein. Unter dem Strich verbrannte die Sparte etwas mehr als 30 Millionen Euro.

Mit dpa