Eilmeldung

Eilmeldung

Armut filmen

Sie lesen gerade:

Armut filmen

Schriftgrösse Aa Aa

“Armut” zu filmen – gar nicht so einfach. Denn Armut versteckt sich. Niemand will, dass der Nachbar einen im Fernsehen sieht, niemand will, dass man in einem “reichen” Land wie Deutschland als “Außenseiter” oder gar “Versager” dasteht. Menschen zu finden, die bereit waren für diese Reportage vor der Kamera über ihre missliche Lage zu sprechen, das war ein schwieriges Unterfangen. Kaum jemand war dazu bereit. Aus Scham. Das ist verständlich. Deshalb gilt mein besonderer Dank “Dana”, die wir in dem Beitrag sehen, und die den Mut gefunden hat, stellvertretend für immer mehr Menschen auch in Deutschland, über ihre Lage zu sprechen. Eine Geste, die Respekt verdient. Auch für das Kamerateam – Peter und Mark – war es nicht einfach, “Armut” zu drehen. In der Dortmunder Fußgängerzone machen sich die Flaschensucher aus dem Staub, sobald sie eine Kamera sehen. Und auch die Menschen in der Nordstadt wollen sich nicht auf einem Fernsehbildschirm wieder finden. Das ist klar, denn allzu oft werden sie vorgeführt. Ich hoffe, das ist in diesem Beitrag nicht der Fall – Absicht war es nicht.

> Armes Deutschland

Kai Horstmeier