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Fukushima: Gefrorene Erde soll verseuchtes Wasser aufhalten

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Fukushima: Gefrorene Erde soll verseuchtes Wasser aufhalten

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Die beunruhigenden Nachrichten aus Fukushima reißen nicht ab. Jetzt muss die Betreiberfirma TEPCO einräumen, dass sie die Probleme mit dem kontaminierten Wasser nicht in den Griff bekommt. Es tröpfelt nicht nur dort, wo der Unglücksreaktor gekühlt werden muss. Man hört es kräftig rauschen, einen Fluss aus radioaktiv verseuchtem Wasser, der ständig ins Grundwasser strömt und auch das Meer schon erreicht hat.
Man geht davon aus, dass täglich um die 400 Qubikmeter kontaminiertes Wasser auf die eine oder andere Weise entweichen – ins Grundwasser, in den Boden, ins Meer versickern.
Notdürftig gesichert ist die ganze Batterie von Tanks, die das nach dem Kühlvorgang verseuchte Wasser aufnehmen, wie die deutschen Flüsse im Frühsommer bei Hochwasser: Mit Sandsäcken! Deren Sand dann natürlich auch alsbald radioaktiv belastet ist. Auf dem Fukushima-Gelände lagern bereits um die 400 000 Tonnen benutztes Kühlwasser, das angereichert ist mit Cäsium, Strontium und anderen für Mensch und Umwelt hochgiftigen Atomrückständen.
Am Reaktor Nummer 4 soll im Oktober ein neuer Versuch beginnen. Zur Eindämmung der Flut verseuchten Wassers soll ein Schutzwall aus gefrorenem Erdreich um die beschädigten Reaktoren 1 bis 4 gebaut werden. Der Wall soll zum Ende März 2015 einsatzbereit sein. Derzeit läuft dazu eine Machbarkeitsstudie. Denn was da gemacht werden soll, hat noch niemand ausprobiert: Ein gefrorerer Erdwall von 1,4 Kilometern Länge, dessen dauerhaft tiefe Temperatur nur durch einen enormen Energieaufwand gehalten werden könnte. Sollte Fukushima nicht einmal eine Anlage zur Erzeugung von Energie sein? Auf 357 Millionen Euro werden die Kosten veranschlagt, die Betreiber Tepco nicht mehr zahlen kann, weshalb die japanische Regierung einspringen muss. Das bestätigt auch der japanische Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi. Er spricht von “dringlichen Maßnahmen”, für die nun der Staatshaushalt aufkommen müsse. Kritik an TEPCO gibt es auf allen nur denkbaren Gebieten. Jetzt heißt es, die verwendeten Messinstrumente reichten nicht aus, um das wahre Ausmaß der Gefahr anzuzeigen.

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