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G20 will Schlupflöcher im internationalen Steuersystem abdichten

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G20 will Schlupflöcher im internationalen Steuersystem abdichten

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Multinationale Konzerne dürften keine Regelungen mehr finden, die dazu
führen, “dass sie zum Schluss nirgendwo mehr Steuern zahlen” – sagt eine, die beim G20-Gipfel in Petersburg über den Kampf gegen Steuerflucht mitredet – Angela Merkel.

“Wir werden unter den stärksten
Wirtschaftsnationen vereinbaren, dass es einen automatischen
Informationsaustausch geben wird.”

Die G20 würden voraussichtlich
zudem die Vorschläge der Industrieländer-Organisation OECD zur Bekämpfung der Steuervermeidung annehmen und umsetzen.

James Franey, euronews:

“Die Wirtschaft hat lange argumentiert, dass für sie die Aktionäre Nummer eins sind und dass sie deshalb ihre Gewinne in andere Kontinente verlagert und Steuer-Schlupflöcher nutzt. Aber in vielen Staaten ist das Geld knap. Also ist Härte gegen Steuerhinterzieher angesagt.”

Liefern Steueroasen den Regierungen anderswo nicht einen gesunden Wettbewerb?

Pascal Saint-Amans, der führende Steuerexperte der OECD:

«Der Punkt ist, wir brauchen einen fairen Wettbewerb. Kein System, wo manche überhaupt keine Steuern zahlen, weil sie gut organisiert sind und die herrschenden Regeln ausspielen. Sie verlegen alle Ihre Rechte, die Werte, das Vermögen in Null-Steuer-Länder, wo sie nichts herstellen. Dies ist kein fairer Wettbewerb. Das ist unfair. Das ist nicht gut für Wachstum und Wirtschaft und deshalb wird das jetzt angepackt.”

Die Industrieländerorganisation OECD hatte im Auftrag der G20 einen “Aktionsplan” vorgelegt, um in 15 Schritten bis Dezember 2015 das internationale Steuersystem fit zu machen gegen Steuervermeidung und Gewinnverschiebung. Nach den OECD-Plänen bliebe allerdings das Prinzip in Kraft, dass Konzerne steuerlich als Summe ihrer Einzelteile betrachtet werden – was internes Ertragsmanagement über Landesgrenzen möglich macht.

Mit dpa