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Ende der EU 2018?

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Ende der EU 2018?

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2018 wird die Europäische Union implodieren, sie wird mehr oder minder geräuschvoll aufhören zu sein. Dieses ist die provozierende These des belgischen Theatermachers Thomas Bellinck. Seine Ausstellung zu diesem Thema hatte im vergangenen Frühjahr so großen Erfolg in Brüssel, dass sie in diesen Tagen erneut zu sehen ist. “Ich versuche zu zeigen, wie wir, die Bürger Verantwortung und das Bewusstsein für unseren Platz in der Europäischen Union verlieren”, so der Künstler. “Ich will zeigen, welches die Institutionen sind und wie sie funktionieren. Die Menschen haben es vergessen. Die Friedenszeiten, die wir erleben, sind einzigartig, sie werden nicht ewig dauern sondern möglicherweise eines Tages zu Ende sein.” Der Titel der Ausstellung: Das Haus Europa im Exil. Die Ironie will es, dass zur Zeit in Brüssel ein Haus für europäische Geschichte entsteht, in dem veranschaulicht werden soll, was die europäische Identität ausmacht. “Wir wollen aus unterschiedlichen Perspektiven auf Prozesse und Ereignisse blicken”, so die Leiterin Taja Vovk van Gaal. “Zugleich aber sollen die Besucher und Besucherinnen mittels der Exponate mit ihrem eigenen Wissen und ihren Erfahrungen konfrontiert werden.” Das Museum selbst wird mehr als 54 Millionen Euro kosten, die jährlichen Kosten werden sich auf rund 12 Millionen belaufen, was bereits jetzt für Kontroversen sorgt. “Ich denke, dass es keine europäische Identität gibt”, sagt die britische konservative Europaabgeordnete Marta Andreasen. “Das Haus für europäische Geschichte wird die Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten verschlechtern, denn sie werden sich genötigt sehen, ihre Geschichte umzuschreiben. Das alles bringt nichts, es ist hinausgeworfenes Geld.” Experten schauen sich zur Zeit in den Museen von insgesamt 16 Mitgliedsstaaten nach Exponaten um, die ihren Platz in dem zukünftigen Haus für europäische Geschichte finden sollen.