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Wahl in Moskau: Achtungserfolg für Oppositionsführer

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Wahl in Moskau: Achtungserfolg für Oppositionsführer

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Der kremlnahe Bürgermeister Moskaus bleibt, wie erwartet, im Amt. Sergej Sobjanin kam bei der Bürgermeisterwahl auf rund 52 Prozent der Stimmen. Oppositionsführer Alexej Nawalny kam überraschend auf rund 26 Prozent, fast das Doppelte von dem, was Umfragen vorhergesagt hatten. Da Sobjanin mehr als die Hälfte der Stimmen holte, entging er knapp der Stichwahl.

Der Urnengang galt als wichtigste Abstimmung seit den Protesten gegen Präsident Wladimir Putin vor anderthalb Jahren, damals waren Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Putin-Gegner Nawalny sagte, dass er das Ergebnis nicht anerkenne, und kündigte für den Montag Proteste an. Sein Wahlstab teilte mit, eigenen Wählerbefragungen zufolge hätten Sobjanin 46 Prozent und Nawalny 35,6 Prozent erreicht. Das würde eine Stichwahl bedeuten.

“Ich fordere das Büro des Moskauer Bürgermeisters auf, die Ergebnisse nicht zu fälschen”, so Nawalny. “Wir verstehen, dass sie versucht sein werden, acht bis zehn Prozent Anhänger dazuzurechnen, um zu zeigen, dass sie schon in der ersten Runde gewonnen haben.” Unabhängige Wahlbeobachter beklagten Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung. So seien Soldaten zur Stimmabgabe gezwungen worden, hieß es. Zudem hätten Kameras nicht funktioniert, mit denen mögliche Manipulationen dokumentiert werden sollten.