Eilmeldung

Eilmeldung

Durchhalteparolen bei Europas Autobauern: "Das wird eine längere Reise"

Sie lesen gerade:

Durchhalteparolen bei Europas Autobauern: "Das wird eine längere Reise"

Schriftgrösse Aa Aa

Auf der Internationalen Autoausstellung in Frankfurt (IAA) sucht alles die nächste Ausfahrt aus der Absatzkrise in Europa. Bis auf Weiteres retten nur die Verkaufserfolge in Übersee die Bilanzen von Volkswagen, BMW und Daimler. “Das wird eine längere Reise”, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Elektroantrieb, Hybridfahrzeuge, Roboterautos – die Vorzeigemodelle der deutschen Hersteller auf der IAA bleiben als Publikumsrenner Zukunftsmusik.

Vor der Finanzkrise kaufte das Autofahrervolk in der EU locker rund 16 Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Seit 2011 pendelte sich die Branche auf ein Viertel weniger ein – 12,13 Millionen Karossen jährlich.

Ferdinand Dudenhöffer, Centre for Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen:

“In der Auto-Industrie haben wir zwei Welten: Einmal Europa, das ist eine Katastrophe. Und dann den Rest der Welt – da sieht es viel besser aus. In Europa wird das, was hier gezeigt wird, den Markt nicht drehen können. Elektromobilität – da sieht es so aus, dass die Fahrzeuge heute wenig verkauft werden. Und der große Push da auch nicht kommen wird. Was gehen wird, sind sicherlich die kleinen SUVs. Das sind Standardfahrzeuge, die kennen die Kunden schon – von daher wird es nicht den großen Umschwung geben.”

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn rechnete öffentlich vor, dass der Neuwagen-Markt in Westeuropa seit 2007 um drei Millionen Autos geschrumpft sei. Gemessen daran gebe es zehn Autofabriken zu viel.

Produziert werden auf dem Alten Kontinent rund 18 Millionen Autos, jedes Jahr.

Noch ein, zwei Jahre könnte es dauern, bis die Europäer wieder wie zuvor ihren Fuhrpark erneuern, meinen die meisten Automanager. BMW-Chef Norbert Reithofer: “ In diesem Jahr sehe ich noch kein Licht am Ende des Tunnels.”

Mit Reuters, dpa