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Franzosen protestieren gegen Rentenreform

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Franzosen protestieren gegen Rentenreform

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In Frankreich sind erstmals seit der Regierungsübernahme der Sozialisten im vergangenen Jahr die Gewerkschaften gegen deren Rentenreformpläne auf die Straße gegangen. Die Gewerkschaft CGT sprach von fast 500.000 Demonstranten bei den landesweit 180 Kundgebungen. “Das ist unakzeptabel. Wir fordern, die Beitragszeiten nicht zu erhöhen”, empört sich ein Demonstrant.

Aufgerufen zu den Protesten hatten vier Gewerkschaften. Sie fordern volle Rentenansprüche mit 60 Jahren, derzeit sind es 62 Jahre. “Ich stehe kurz vor der Rente, mein Gesundheitszustand verschlechtert sich langsam und erlaubt es mir nicht mehr, zu arbeiten. Leider werde ich aber noch viel länger arbeiten müssen, als ich dachte”, klagt eine Frau. Eine andere meint: “Ich muss arbeiten, um meine Miete bezahlen zu können, meine Rente reicht dafür nicht. Mich triff das also besonders hart.”

Vom kommenden Jahr an sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber höhere Beiträge entrichten. Von derzeit 41,5 Jahre sollen die Beitragszeiten 2035 auf 43 Jahre steigen. “Wir wissen, dass wir bis 65 arbeiten müssen, das ist einfach so. Aber wie lange sollen sie denn arbeiten?”, fragt ein Familienvater.

Rentenreformen hatten das öffentliche Leben in Frankreich bereits unter der konservativen Führung vor drei Jahren schon häufiger lahmgelegt. Seinerzeit waren bis zu drei Millionen Menschen auf die Straße gegangen.