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Katalonien will Unabhängigkeit von Spanien

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Katalonien will Unabhängigkeit von Spanien

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Der 11. September gilt als katalanischer “Unabhängigkeitstag” in Erinnerung an das Jahr 1714, als Barcelona von den Truppen des spanischen Königs Philipp V. eingenommen wurde. Der Monarch schaffte die Selbstverwaltungsrechte der Katalanen ab. Die hätten viele der 7,5 Millionen heutigen Einwohner gern wieder.
In Spaniens wirtschaftsstärkster Region fühlen sie sich ungerecht behandelt. Bei der Verteilung dessen, was die Regionen in die Gemeinschaftstopf von Madrid einzahlen – einer Art “Länderfinanzausgleich” – gibt Katalonien wesentlich mehr als es zurück bekommt.
Fast jeder Vierte ist arbeitslos – 23,85% genau. Die Schulden der Region sind im ersten Halbjahr 2013 auf 51 Milliarden Euro gestiegen. Dafür verlangen die Katalanen von Madrid 9 Milliarden Euro aus dem Infrastrukturtopf.

Regionalratspräsident Artur Mas beklagt ein Defizit von jährlich 16 Milliarden Euro, eine klare Benachteiligung im spanischen Staatsverband. Er betont, mehr als 30 Jahre, nachdem Spanien zur Demokratie fand, herrsche noch immer diese Ungerechtigkeit, dass Katalonien für die andere zahle und selber zu wenig Mittel bekomme.

Seit der letzten Regionalwahl vor knapp einem Jahr sind die linken Unabhängigkeitsverfechter von der ERC (Esquerra Republicana de Catalunya) die zweitstärkste Kraft im Regionalparlament. Ihr Parteiführer Oriol Junqueras sieht das Wahlergebnis als klaren Ausdruck des Willens seiner Landsleute: Sie wollen die Entwicklung in Richtung Unabhängigkeit vorangetrieben sehen. Und sie machen Regionalratspräsident Artur Mas mit seiner Koalition aus gemäßigten Nationalisten das Leben schwer. Er wird durch die linken Nationalisten bedrängt. Sie wollen 2014 eine Volksabstimmung zur Unabhängigkeit abhalten, obwohl die gegenwärtige spanische Verfassung so ein Recht nicht vorsieht. Damit steht dann wirklich das heutige spanische Staatsmodell auf dem Prüfstand.

Laut Umfragen ist der Anteil der Befürworter einer katalanischen Unabhängigkeit im letzten Jahr deutlich gestiegen.Von 49,6% 2012 auf zuletzt 52,3% der Befragten. Der aktuelle Regionalchef Artur Mas hatte schon mal in aller Stille mit dem in Madrid regierenden konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy konferiert. Der ist natürlich strikt dagegen, seine wirtschaftsstärkste Region ziehen zu lassen.

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