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Chile sucht immer noch nach der Wahrheit

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Chile sucht immer noch nach der Wahrheit

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Auch am 40. Jahrestag des Staatsstreichs gegen den Sozialisten Salvador Allende ist Chile gespalten. Im Rahmen des Gedenkens kam es in der Hauptstadt Santiago de Chile zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Autos und Barrikaden wurden in Brand gesetzt. Mindestens 68 Menschen wurden festgenommen. Unter der Führung des Generals Augusto Pinochet begannen am 11. September 1973 in Chile 17 Jahre Diktatur, in denen bis zu 38.000 Menschen gefoltert oder getötet wurden. Bis heute ist das Schicksal tausender Verschwundener unbekannt. Die Angehörige eines Opfers sagt:

“Noch immer wird in diesem Stadion an die Opfer gedacht, weil ihre Geschichte noch nicht aufgeklärt ist. Bis dahin wird diese offene Wunde nicht heilen. Deswegen sind wir hier. Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass wir dies jedes Jahr tun.”

Staatschef Sebastián Piñera forderte eine lückenlose Aufklärung der Verbrechen während der Militärdiktatur und rief zur nationalen Versöhnung auf.