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Künstlerische Freiheit oder geschmacklos? - Fukushima-Karikaturen empören die Japaner

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Künstlerische Freiheit oder geschmacklos? - Fukushima-Karikaturen empören die Japaner

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Das französische Satire-Blatt “Le canard enchaîné” zeigt zwei Ringer – einer mit drei Beinen, der andere mit drei Armen. Dazu der Kommentar: “Fabelhaft, dank Fukushima wurde Sumoringen zur olympischen Disziplin.”

Das zweite Bild zeigt Arbeiter mit Geigerzähler vor einem Schwimmbecken. “Der olympische Pool steht schon bereit in Fukushima”.

Diese zwei Karikaturen haben für viel Wirbel in Japan gesorgt. Ein Regierungssprecher erklärte: “Die Zeichnungen verletzen die Opfer des Desasters vom 11. März 2011 und übermitteln falsche Informationen über Fukushima.” Nun will die Regierung der Satirezeitung einen offiziellen Beschwerdebrief schicken. Das verwundert die Macher des “canard enchaîné”: “Die empörte Reaktion der japanischen Regierung hat uns überrascht. Wir hatten überhaupt nicht die Absicht, irgendjemanden zu verletzen. Es gehört aber zur Freiheit des Karikaturisten, ein aktuelles Drama aufzugreifen und darzustellen”, so Chefredakteur Louis-Marie Horeau.

Erst vor wenigen Tagen hatte das Internationale Olympische Komitee die Olympischen Spiele 2020 an Tokio vergeben.