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20 Jahre nach Oslo - wo bleibt der Frieden in Nahost?


Norwegen

20 Jahre nach Oslo - wo bleibt der Frieden in Nahost?

Vor 20 Jahren wurde auf dem Rasen vor dem Weißen Haus im wahrsten Sinne des Wortes Weltgeschichte geschrieben. Es erschien US-Präsident Bill Clinton mit den beiden Politikern, die den historischen Schritt zum ersten Friedensabkommen der Palästinenser mit dem Staat Israel gewagt hatten. Palästinenserführer Jasser Arafat und Israels Regierungschef Yitzak Rabin. Bewegt sagte Clinton: “Heute sind unser aller Herzen und Seelen erfüllt von Frieden,.shalom, salaam, peace.” In aller Öffenlichkeit unterschrieben der Vertragspartner, was sie in schwierigen höchst geheimen Verhandlungen in der norwegischen Hauptstadt ausgehandelt hatten. Das “Osloer Friedenbsabkommen”. Der israelische Ministerpräsident wandte sich an seinen langjährigen Feind mit den Worten:
“Wir haben gegen euch Palästinenser gekämpft. Heute sagen wir mit lauter und klarer Stimme: Blut und Tränen sind genug vergossen, es reicht.” Und ein sichtlich bewegter Palästinenserführer antwortete: “Danke, danke…”
Ein knappes Jahr nach diesem Dank kam Jassir Arafat daheim an, nach 27 Jahren im Exil. In Gaza entstand die erste Palästinenserverwaltung. Die jubelnden Bewohner bei der Begrüßung waren Menschen, die Jahrzehnte in Flüchtlingslagern gewartet, gehofft, gelitten und oft auch gekämpft hatten. Es kam anders als erhofft. Am 4. November 1995 – zwei Jahre nach der feierlichen Unterzeichnung des Friedensabkommens – wurde Yitzak Rabin ermordet. Von einem Gegner des Friedensprozesses. Mit einem anderen israelischen Regierungschef versuchte US-Präsident Clinton einen neuen Ansatz. Vergeblich. Das Treffen in Camp David steht stellvertretend für noch viele Versuche, den Nah-Ost-Friedensprozeß wieder in Gang zu bringen. Es gab und gibt in Israel und auch bei den Palästinensern reichlich Scharfmacher, die den Friedenskurs nicht wollen. So dürfte sich Ariel Sharon im Jahr 2000 durchaus bewusst gewesen sein, was sein Erscheinen auf dem Tempelberg in Jerusalem an der heiligen Stätte des Islam auslösen würde. Der folgende Konflikt ging unter dem Namen “2. Intifada” in die Geschichte ein. Wieder flossen über Jahre hin reichlich Blut und Tränen. Noch sollte es nicht genug sein, noch wurde es immer schlimmer.
Eine neue Mauer wurde gebaut, höher noch als ihre unrühmliche Vorgängerin in Berlin. Neue Siedlungen wurden und werden errichtet auf dem Land, auf dem doch dereinst der Palästinenserstaat entstehen sollte. Im November 2012 nahmen die Palästinenser einen neuen diplomatischen Anlauf. Sie beantragten die Aufnahme in die Weltgemeinschaft der Vereinten Nationen. Man sollte sich vom Beifall in der Vollversammlung nicht täuschen lassen – es war wieder nur ein halber Erfolg. Noch keine gesicherte Zwei-Staaten-Lösung. Nur eine symbolische Aufwertung des Status der Palästinenser. Folglich gibt es auch noch keinen Frieden im Nahen Osten. Wobei der Kräfte verschleissende blutige Bruderzwist zwischen den Palästinenserfraktionen noch gar nicht erwähnt wurde.
20 Jahre nach Oslo sind die beiden Friedenshelden von damals tot? Und ihre Idee?

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