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Twitter: Der blaue Larry sucht Follower an der Börse

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Twitter: Der blaue Larry sucht Follower an der Börse

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140 Zeichen müssen reichen. Die Nachricht kam – natürlich – per Kurznachricht. Twitter geht an die Börse – als eines der letzten noch privat gehaltenen Internet-Schwergewichte. Vertraulich reichte der Kurznachrichtendienst aus San Francisco mit dem blauen Vögelchen “Larry” als Maskottchen einen Börsenprospekt bei der Aufsichtsbehörde SEC ein. Jetzt rätselt alles: Wieviel setzt Twitter “Zwitscher” um, wieviel verdient es?

Analyst Ishaq Siddiqi von ETX Capital weiß es auch nicht:

“Wir wissen nicht wirklich, wie dieses Unternehmen Geld verdient. Werden sie Werbung zulassen? Wenn es um’s Analysieren geht, sind sie großartig aufgestellt. Das könnten sie wirklich zu Geld machen und nach vorne schieben. Die Nachfrage ist da.”

So viel weiß man jedenfalls:

Der Konkurrent Facebook hat im Monat viermal so viele Besucher wie die 39 Milllionen von Twitter. Dafür bleiben sie dreimal so lang, um all das Gezwitscher zu lesen – mehr als eine halbe Stunde. Geschätzt ist Twitter acht Milliarden Euro wert – ein Zehntel von Facebook.

Fachjournalistin Juliette Garside, The Guardian:

“Wer Meinungsführer erreichen will, geht zu Twitter. Da haben Sie Politiker, Finanziers, Manager, Prominente. Ich meine, Werbekunden dürften diese Kontakte etwas wert sein.”

So kommunikativ die Nutzer, so schweigsam die Macher. Beim Start vor sieben Jahren waren sie zunächst regelrechte Werbemuffel. Und die Kursachterbahn beim Konkurrenten Facebook machte die drei Gründer Evan Williams, Biz Stone und Jack Dorsey – zum Teil noch in der Firma – auch nicht gesprächiger.

Der nächste Dienst-Tweet nach der Börsen-Botschaft. “Und nun zurück an die Arbeit.”

Mit Reuters, dpa