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Krieg der Gesten: Merkel-Raute gegen Stinkefinger

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Krieg der Gesten: Merkel-Raute gegen Stinkefinger

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In Deutschland nimmt knapp eine Woche vor der Bundestagswahl der Wahlkampf bizarre Formen an: Im beliebten Ohne-Worte-Interview des Magazins der “Süddeutschen Zeitung” hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Frage nach seinen unrühmlichen Spitznamen wie: “Pannen-Peer, Problem-Peer oder Peerlusconi” mit dem Stinkefinger beantwortet. Die Reaktionen sind unterschiedlich:

Es komme auf die Inhalte und das Wahlprogramm an, sagt eine Passantin am Brandenburger Tor in Berlin. Und wenn ihr das gefalle, dann werde sie Steinbrück auch wählen, und wenn nicht, dann eben nicht. Eine andere meint, der Durchschnittsbürger würde sich auch nicht so fotografieren lassen, um in die Zeitung zu kommen, also dürfe das auch Peer Steinbrück nicht tun.

Der Wahlkampf wächst sich aus zu einer Art “Krieg der Gesten” aus. Denn auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit der sogenannten “Merkel-Raute” ablichten lassen. Das Wahlplakat besteht aus 2000 Einzelbildern von den Händen und Füßen deutscher Bürgrinnen und Bürger und prangt 20 mal 70 Meter groß vom Berliner Hauptbahnhof hinab.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe erklärt, das seien die “guten Hände, in denen die Zukunft Deutschlands” liege. Konkret seien es die Hände von 2000 Menschen, die anpackten.

Unterdessen liegt die eurokritische Partei “Alternative für Deutschland” in einer Umfrage bei vier Prozent der Wählerstimmen. Meinungsforschern zufolge könnte sie aber die Fünf-Prozent-Hürde überwinden und damit in den deutschen Bundestag einziehen.