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Fünf Jahre Lehman-Pleite: "Es gibt immer noch Institute, die zu groß sind für eine Pleite"

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Fünf Jahre Lehman-Pleite: "Es gibt immer noch Institute, die zu groß sind für eine Pleite"

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Das Vertrauen gegenüber Banken ist auf einem ein historischen Tief. Das sagt ein Insider – Anshu Jain, einer der Vorstandschefs der Deutschen Bank. Fünf Jahre nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers, die 2008 die Finanzkrise entscheidend verschärfte, sind Bürger, Politik und Wirtschaft weitgehend einig: Die Arbeit ist noch nicht getan.

Acht von zehn Deutschen meinen (TNS Infratest), dass die Banken aus der Finanzkrise nichts gelernt haben und genauso intransparent sind wie vor fünf Jahren.

Vor fünf Jahren hatte Richard “Dick” Fuld, genannt “der Gorilla”, die Bank wenige Monate nach Beginn der Finanzkrise in die Insolvenz geführt. Allein bei Lehman verloren an die 25.000 Mitarbeiter Jobs und Vermögen. Nur diese plötzliche Pleite soll mehr als 200 Milliarden US-Dollar verbrannt haben.

Und seither?

Professor John Coffee, Columbia Law School:

“Wir haben einige Fortschritte gemacht, aber das Ergebnis ist sehr bescheiden, sehr unbeholfen. Es ist keine Frage, dass es immer noch eine Reihe von Finanzinstituten gibt, die zu groß sind für eine Pleite – in dem Sinne: Wenn mehrere von denen zusammenbrechen, kippt das den Rest des Systems. Wir würden uns in einer Depression wiederfinden, vergleichbar mit 1932.”

Damals kam es in den USA nach dem “Schwarzen Donnerstag” an der New Yorker Börse im Oktober 1929 zu einem Bank Run, ein Drittel aller Banken musste liquidiert werden. Kredite wurden knapp, die Folge: Massenpleiten.

Übrigens: “Gorilla” Richard “Dick” Fuld wurde strafrechtlich nie belangt. Das 13-Millionen-Dollar-Anwesen auf einer Insel vor Florida gehört seit exakt fünf Jahren seiner Ehefrau. Materielle Sorgen hat der heute 67-Jährige nicht: In den Jahren 1993 bis 2007 soll er insgesamt 500 Millionen Dollar verdient haben.

Mit Reuters