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Vivienne Westwood lässt's spuken

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Vivienne Westwood lässt's spuken

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Vivienne Westwood weiß, wie man auf der Londoner Fashion Week die Blicke auf sich zieht. Ihre Schau begann mit dem Ausdruckstanz des Models Lily Cole, exzentrisch und wie immer auch ein bisschen gruselig. “Dieser Tanz ist eine Metapher über Klimaflüchtlinge und bedrohte Tiere. Die Models sollen wie verängstigte Tiere im Scheinwerferlicht wirken.”

Weiß geschminkte Models mit verwischtem Make-up ließ Westwood für ihre Red-Label-Kollektion über den Londoner Laufsteg schreiten, in figurbetonten, zum Teil opulenten Kleidern, die wie aus einem Katastrophenfilm wirkten. Barock und irgendwie typisch britisch.

Westwood, die einstige Punk-Queen nutzte ihre Modenschau auch, um für den Klimaschutz zu werben. Auf T-Shirts war der Aufdruck “Climate Revolution” zu lesen. Weniger Textilien, dafür gute Stücke, lautet ihr Credo.

Ebenfalls typisch britisch, aber auf eine ganz andere Art, wirkten die Entwürfe von Alice Temperley. Steife Kleider mit starken Mustern in zuckerzarten Rot-und Rosatönen standen im Zentrum der neuen Kollektion für Frühjahr und Sommer 2014, am Abend auch dunkel, dafür plüschig und mit Punkten.
Sizilien war angeblich die Inspirationsquelle – aber auch Mutter Natur. Organisch wirkten die üppig bestickte Seiden- und Satinkreationen.

Auch Henry Holland, Begründer des Labels House of Holland, ließ sich von fernen Gefilden anregen, Mexiko und Miami waren die Vorlage: ausdrucksstarke, Muster und natürliche Fasern, aber auch knappe Minikleider für den Strand aus synthetischen Glanzstoffen. Traditionelle Marienbilder gehörten ebenso dazu, wie verwegene Lochmuster und frecher Karomix.

Insgesamt 58 Schauen stehen bei der Fashion Week auf dem Programm. Parallel dazu zeigen junge Designer ihre kreativen Ideen. London gehört im Vergleich zu den großen Schauen in New York oder Paris zu den kleineren Modewochen, kann aber dafür mit ausgefallenen Entwürfen trumpfen. Mode “made in Britain”, eben.