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Wer sind die Königsmacher für die nächste Bundesregierung ?

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Wer sind die Königsmacher für die nächste Bundesregierung ?

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Der Katzenjammer ist groß bei der FDP am Tag nach dem Rausschmss aus dem bayerischen Landtag. Damit sind die Liberalen nur noch in zehn der 16 deutschen Landesparlamente vertreten. Keine gute Ausgangsposition für die Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Zumal auch der Bundestrend in den Umfragen beständig weiter abwärts zeigt. Wie ein ferner schöner Märchentraum erscheinen da die 14 Prozent von 2009. Da bleibt Parteichef Philipp Rösler und den seinen gar nichts weiter übrig, als bei potentiellen CDU-Wählern um deren Zweitstimme zu bitten. Spitzenkandidat Rainer Brüderle klingt nicht eben optimistisch, wenn er sagt: “Es ist völlig legitim, dass Frau Merkel um beide Stimmen wirbt. Helmut Kohl hat auch nicht gesagt, “gebt die Zweitstimme der FDP”, er hat gesagt er wolle eine bürgerliche Regierung haben.”
Auch bei den Grünen ist Zweckoptimismus angesagt. Ihre Umfragewerte rutschten eine Woche vor der Wahl auf unter 10 Prozent. Die Grünen wären der Wunsch-Koalitionspartner für die Sozialdemokraten, was bei den schlechten Werten für die Liberalen gar nicht mehr so unmöglich scheint. Jürgen Trittin sagt: “Das ist völlig normal, mit jedem Wahlkampf der Grünen so. Ich habe seit 20 jahren keinen anderen Wahlkampf erlebt. Geht immer einmal am Anfang sehr hoch und dann geht es runter und am Ende geht es wieder hoch”. Jenen, die da nach dem Absturz der FDP auf eine schwarz-grüne Koalition schielen könnten, erteilt Jürgen Trittins Mitkämpferin im Führungsdoppel der Grünen eine klare Absage.

Bei Katrin Göring-Eckardt heisst es: “Eine Bundesregierung, die muss stabil sein und die muss in eine Richtung arbeiten. Und mit einem jeweiligen Gezerre hin und her wird man nichts erreichen können. Und meine Phantasie reicht heute nicht dafür aus, mir vorzustellen, dass sich die Union so weit bewegt.”

Bliebe noch Die Linke, die bei Umfragewerten zwischen 8 und 10 Prozent ganz sicher wieder im Bundestag vertreten sein wird. Außerdem hat sie in mindestens zwei, womöglich auch drei Berliner Wahlkreisen Kandidaten mit guten Aussichten auf ein Direktmandat. Katja Kipping zu den linken Kernforderungen: “Wir machen Druck für einen Mindestlohn von zehn Euro, dafür, dass das Hartz IV-Sanktionssystem abgeschafft wird. In einem ersten Schritt sollen die Regelsätze auf 500 Euro angehoben werden und wir wollen eine sanktionsfreie Mindestsicherung. Wir machen Druck dafür, dass das finanziert wird durch eine entsprechende Besteuerung von Millionären.”
Die Linke hat Regierungserfahrung auf Landesebene.. In Mecklenburg-Vorpommern im Norden, im Bundesland Brandenburg, das die Hauptstadt umschließt und auch in Berlin selbst hat sie für jeweils mehrere Jahre gemeinsam mit den Sozialdemokraten regiert. Rot-Rot-Grün auf Bundesebene gilt im Moment als unwahrscheinlich – ganz auszuschließen ist es auf Dauer nicht.