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Ägypten: Personenkult um umstrittenen Militärchef

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Ägypten: Personenkult um umstrittenen Militärchef

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Ägyptens Armeechef Abdelfattah al-Sisi ganz von seiner Schokoladenseite: Eine Konditorin in einem reichen Viertel in Kairo macht Werbung für ihn – und versüßt eine groß angelegte Kampagne, mit der eine dem Militär nahe stehende Gruppe den Armeechef zum Präsidenten küren will.

Bahira Galal, die Miteigentümerin eines Schokoladengeschäfts, wollte auch ihren Beitrag leisten. Sie unterstütze al-Sisi auf ihre Art, meint sie, nachdem Millionen Menschen auf die Straße gegangen seien und ihn auf ihre Art unterstützt hätten. SIE habe stattdessen zur Schokolade gegriffen.

Die Kampagne erfolgt nur zwei Monate, nachdem al-Sisi den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens Mohammed Mursi aus dem Amt geworfen hatte. 30 Millionen Unterschriften will die Bewegung sammeln, um ihre Forderung durchzusetzen.

Wortführer Rifai Nasrallah erklärte, sie seien hier, weil sie al-Sisi als Präsidenten wollten. Er habe den Menschen in Ägypten versprochen, falls sie fragten, würden sie eine Antwort von ihm erhalten. Hiermit fragten sie ihn nun, ob er ägyptischer Präsident werden wolle.

Im Juli hatte al-Sisi ein Einmischen in die Politik noch ausgeschlossen. Doch seitdem befeuern Staatsmedien und sympathisierende TV-Sender den Personenkult um den General. Gewählt wird Anfang 2014.

Mursi sitzt derweil weiter im Gefängnis.