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Doppelte Zwangsräumung: der Vorab-Verlierer der Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

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Doppelte Zwangsräumung: der Vorab-Verlierer der Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

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Äußerlich gelassen spaziert der 79-jährige Kohei Jinno über Tokios künftiges Olympia-Gelände. Doch in ihm brodelt es mächtig. Sein kleiner Tabakladen – und damit auch sein Zuhause – muss weichen für ein riesiges Stadion. Das bedeutet Zwangsräumung.

“Das Schicksal meint es nicht gut mit mir”, sagt Jinno. “Olympia ist ein großes Glück für Japan, aber ich bin ungücklich, schon wieder umsiedeln zu müssen. Mein Gefühl sagt mir: ohne Olympische Spiele hätte mein Leben anders ausgesehen.”

Schon vor den ersten Olympischen Spielen in Tokio 1964 ereilte Jinnos Familie das selbe Schicksal. Auch damals wurde sein kleines Wohnhaus für Olympia abgerissen. In jeder Hinsicht ein Totalschaden.

“Ich möchte keine zweiten Olympischen Spiele in Tokio. Eine Zwangsräumung pro Jahrhundert sollte genug sein. Aber zwei? Das ist lächerlich.”

Opfer bringen für Olympia. Den Betroffenen bleibt keine Wahl und gerade einmal zwei Jahre Zeit bis zum Abriss ihrer Häuser. Im dunklen Schatten von Olympia 2020.