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Georges Braque im Grand Palais

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Georges Braque im Grand Palais

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Vier Jahre nach der Erfolgsausstellung “Picasso und die Meister” zieht wieder ein bedeutender Wegbereiter der Moderne ins Pariser Grand Palais ein: Georges Braque. Zu seinem 50. Todestag widmet Frankreichs Hauptstadt dem Künstler eine Retrospektive mit Meisterwerken aus aller Welt, insgesamt 260 Exponate. Kuratorin Brigitte Real hat die Schau chronologisch aufgebaut. Sie beginnt 1906 mit frühen fauvistischen Werken im Stil Cézannes. “Das ist eine hervorragende Einleitung, denn er wird sich im Verlauf seines Schaffens zu einem herausragenden Landschaftsmaler entwickeln, einem Meister der Farben. Seine Gemälde explodieren förmlich, die Farben haben nichts mit denen der dargestellten Landschaft zu tun. Das ist seine Erfindung.”

Um 1907 trat Braque mit Picasso in Kontakt, gemeinsam begründeten sie den Kubismus. Beide Künstler waren eng befreundet, hatten jedoch unterschiedliche Charaktere.

“Braque beschrieb es folgendermaßen: Wir erlebten ein gemeinsames Abenteuer wie zwei Bergsteiger am Hang. Bei jedem Schritt wurde der Eine vom anderen unterstützt. Sie erklärten ihrem gemeinsamen Händler, dass sie ihre Werke nicht mehr signieren wollten, damit man nicht erkennen könne, welches von wem stamme.”

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs trennten sich ihre Wege. Braque führte unbeirrt seine Erkundung neuer Kunstformen fort, wie die Technik des Papier Collé, aufgeklebte Papier- und Zeitungsfetzen.
Später mischte er Sand und Erde in seine Farben, gab seinen Bildern eine neue, organische Struktur.

Die Schau im Grand Palais ist auch eine Art Wiedergutmachung an einem Künstler, der Cézanne folgend die Moderne gestaltete, aber lange Zeit im Schatten Picassos stand. Zu sehen in Paris bis zum 6. Januar.