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Griechenland im Dauerstreik

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Griechenland im Dauerstreik

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Tag drei der jüngsten Streikwelle in Griechenland. Beamte legen für zwei Tage die Arbeit nieder, um gegen den Stellenabbau im öffentlichen Dienst zu protestieren – eine der Bedingungen der Troika für die griechischen Rettungspakete. Mehr als jeder vierte Grieche ist arbeitslos. Vor einer nordgriechischen Außenstelle des Finanzministeriums entlud sich der Ärger von entlassenen Putzkräften. Christina Mavropoulou beschwert sich: “Uns wurde gekündigt. Das ist nicht fair, denn wegen der Krise gibt es keine Jobs – nirgendwo. Wir haben alle Familien mit Kindern, die wir ernähren müssen. Auch unsere Ehemänner stehen auf der Straße. Deswegen protestieren wir.”

Krankenhäuser behandelten nur Notfälle. Gerichte, Museen und Schulen blieben geschlossen. Oberstufenlehrer streiken schon seit Montag. Züge standen stundenlang still.

Die häufigen Streiks erschweren den Alltag vieler Griechen – ein Opfer, dass viele Betroffenen in Kauf nehmen. Ob sie etwas bringen? Es sei gut, zu protestieren, damit die geplanten Reformen milder ausfielen, hofft ein Athener.

Ein Rentner hingegen meint resigniert: “Streiks führen zu nichts. Die Gewerkschaften wollen zeigen, dass sie nicht tatenlos zusehen. Hat bisher jemals ein Streik irgendetwas bewegt?”

Bis Ende 2014 will die Regierung 15 000 Staatsbedienstete entlassen, davon 4000 noch in diesem Jahr. Darüber hinaus verlangt Brüssel weitere Reformen des Beamtenapparats und des Steuerwesens.