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Libor und Euribor sollen an die Kette

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Libor und Euribor sollen an die Kette

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Das Aufräumen in der Finanzbranche geht weiter. Über Jahre haben Großbanken Referenzzinsen wie
Libor und Euribor manipuliert – um mehr
Gewinn zu machen oder ihre brenzlige Lage zu vertuschen. 2012 flog alles auf.

Die beiden Zinssätze geben an, zu welchen Raten sich Banken gegenseitig Geld leihen – in Dollar und in Euro.

Laut EU basieren darauf Finanzprodukte im Wert von tausend Billionen Euro.

“Das ist eine Eins mit 15 Nullen”, so EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Und weiter:

“Der Vorschlag der EU stellt Führungsprinzipien auf, wie stelle ich Transparenz sicher, was tun bei Interessenkonflikten – sie sind in diese Indizes quasi mit eingebaut. Dazu kommen Qualitätssicherung und Glaubwürdigkeit der Indices. Es ist auch ein Rechtsrahmen für die Überwachung vorgesehen und zu guter Letzt Sanktionen.”

Die Banken konnten diese Sätze lange Jahre fast ohne Kontrolle selbst festlegen . Und zwar nicht auf Basis realer Daten – wieviel kosten tatsächliche Kredite – Grundlage waren Umfragen – eine Einladung.

Die Großbanken Barclays, Royal Bank of Scotland (RBS) und UBS wurden zu insgesamt 1,9 Milliarden Euro Strafen verdonnert.

Kritiker bemängeln an dem Vorschlag: Die Aufsicht über den Libor bleibt in London – trotz der Skandale dort. Und reale Daten als Basis sind auch künftig nicht zwingend: Wenn es nicht genug Transaktionen gibt, dürfen weiter Schätzungen einfließen.

Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

Mit Reuters