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"Docks Art Fair" in Lyon

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"Docks Art Fair" in Lyon

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Wenn das französische Lyon zur internationalen Kunstbiennale lädt, kommt das Geschäft mit der Kunst nicht zu kurz. Während der Eröffnungswoche präsentieren auf “Docks Art Fair” Galerien ihr vielfältiges Angebot. Die seit 2007 stattfindende Verkaufsmesse stößt auf steigende Resonanz, meint deren Leiter Olivier Houg. “Seit der ersten Ausgabe gibt es ein reguläres Stammpublikum, aber jedes Mal kommen neue Besucher hinzu, die von immer weiter herkommen.”

Die Lyoner Biennale für zeitgenössische Kunst zählt mit gut 200 000 Besuchern zu den wichtigsten internationalen Ausstellungen Europas. Der einheimische Kunstmarkt profitiert von der Dynamik, meint der Lyoner Galeriebesitzer Georges Verney-Carron, “Die globale Kommunikation rund um die Biennale sorgt für großen Besucherandrang. Das hat einen positiven Effekt. Kunstsammler aus der ganzen Welt kommen nach Lyon, auch die internationale Presse. Das ist ziemlich außergewöhnlich, das passiert nicht jeden Tag in der Kunstwelt.”

Der Düsseldorfer Galerist Rüdiger Voss vertritt die irische Foto- und Filmkünstlerin Mary A. Kelly. Auf der Lyoner Kunstmesse war er schon öfter zu Gast. Wie lief das Geschäft diesmal?

Rüdiger Voss: “Ja, sehr zufrieden. Ich habe einige Arbeiten verkauft aus dieser Serie von Mary Kelly unter anderem auch an die Stadt Lyon.”

Der Franzose Fabien Verschaere ist ein aufsteigender Stern auf dem französischen Kunstmarkt. Der aktuelle Liebling der Pariser Kunstszene hatte bereits mehrere Soloausstellungen im Ausland.

“Die Presse war da, die großen Sammler, mit denen ich ohnehin schon seit einigen Jahren ständig in Kontakt stehe”, berichtet Galerist Eric Dereumaux. “Ein außergewöhnliches Geschäftsjahr war es nicht, aber es gab schon schlimmere.”

Der Brite Luke Newton arbeitet mit Alltagsobjekten wie Zigarettenschachteln oder Einkaufswagen uns bringt auf diese Weise seine Sicht auf die aktuelle Gesellschaft zum Ausdruck.

“Luke Newton, hat einen direkten Draht zum Publikum”, erklärt sein Galerist Anthony Phuong. “Auch Kunstsammler, die sagen wir relativ neu im Geschäft sind, verstehen die Botschaft sofort. Ich habe Einiges verkauft.”

Zeitgenössische Kunst ist nun Mal Geschmackssache. Nicht jeder mag sich für versteinerte Schuhe oder Blondhaarwischmob begeistern. Dem einheimischen Markt mangle es ein wenig an Wagemut, klagt der Pariser Galerist Laurent Godin.

“Der Lyoner Markt ist unterentwickelt, was wirklich schade ist. Das ist noch einiges zu tun, um das Publikum mit der Idee vertraut zu machen, dass Kunst zum Leben dazugehören, dass ein Kunstwerk bei sich zu Hause das Leben verändern kann.”

Vor allem für Galerien aus der Region ist die noch relativ junge Kunstmesse eine praktische und einträgliche Vitrine. Und die ideale Gelegenheit, um mit einem internationalen Publikum in Kontakt zu treten.
Viele Besucher der Kunstbiennale machten auch in diesem Jahr einen Abstecher auf die Docks Art Fair. Und nahmen das eine oder andere Kunstwerk mit nach Hause.