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Wehrpflicht abschaffen? Die Schweizer haben die Wahl

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Wehrpflicht abschaffen? Die Schweizer haben die Wahl

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Die Schweiz entscheidet am Wochenende über die Aufhebung ihrer allgemeinen Wehrpflicht. Umgerechnet rund dreieinhalb Milliarden Euro geben die Eidgenossen pro Jahr für das Heer aus. Die Gegner halten das aktuelle Modell für nicht mehr zeitgemäß, schließlich sei der Kalte Krieg längst Geschichte.

Evi Allemann, Nationalrätin der Sozialdemokratischen Partei sagt: “Die Wehrpflicht ist ein alter Zopf, den wir uns weder finanz- noch sicherheitspolitisch leisten können. Das Massenheer ist ausgerichtet auf den klassischen Landesverteidigungsfall, und dieser ist unrealistisch geworden.”

Die bürgerlichen Parteien hingegen sprechen sich für eine Beibehaltung der Wehrpflicht aus. Aus Sicht von Ueli Maurer, Bundespräsident und Vorsteher des Departements für Verteidigung, wäre ein Berufsheer nicht ausreichend.

“Eine freiwillige Armee wäre mit Sicherheit viel schlechter”, so Maurer. “Sie wäre teurer, sie hätte weniger Kompetenzen und sie würde nicht garantieren, dass wir die Sicherheit gewährleisten können, weil wir nicht wissen, ob Freiwillige dann kommen, wann sie kommen, wie sie kommen, ob überhaupt… Wir brauchen eine Verpflichtung, Militärdienst zu leisten.”

Letzten Umfragen des schweizerischen Senders SRF zufolge wird die Volksinitiative der “Gruppe für eine Schweiz ohne Armee” (GSoA) keine Mehrheit erhalten. Demnach wollen 63 Prozent gegen die Abschaffung der Wehrpflicht stimmen.