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"Die Nachfrage nach deutschen Produkten ist völlig unabhängig von der Politik"

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"Die Nachfrage nach deutschen Produkten ist völlig unabhängig von der Politik"

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Deutschland vor der Bundestagswahl – was kommt da auf Europa zu? Fragen sich die ausländische Medien. Ein Reuters-Korrespondent sieht ein Land ohne die lange typische “German Angst”, ein Vierteljahrhundert seit der deutschen Wiedervereinigung und ein Jahrzehnt nachdem der Wohlfahrtsstaat kräftig durchgeschüttelt wurde. Ein zufriedenes Land mit weniger Scheu, seine Erfolge rauszutrompeten.

David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland von Julius Bär, Frankfurt:

“Die Nachfrage nach deutschen Produkten ist hoch, besonders in den Entwicklungsländern und das ist völlig unabhängig von der deutschen Politik, es liegt am traditionellen Produktionsstandort. Er hat enorm profitiert in den letzten Jahren.”

“Muss man neidisch sein auf das deutsche Wirtschaftsmodell?” Fragt die französische Zeitung Le Monde. “Sie verkaufen das Gleiche wie vor 10 Jahren, das ist nicht ohne Risiko,” meint Redakteur Guillaume Duval. Nicht ein Abbau des Sozialstaats oder geringere Lohnkosten seien der Schlüssel zum deutschen Erfolg, sondern der Dialog der Sozialpartner.

Wer auch immer als Sieger aus der Wahl hervorgehe, werde den Europäern in Not weiter helfen, tröstet “Forbes” angesichts des spannenden Finales.

Und die Börsen?

Oliver Roth. Chefhändler und Börsenstratege der Close Brothers Seydler Bank AG, Frankfurt:

“Nun, die Märkte stehen auf Stabilität und Sicherheit und die würden durch eine Wiederwahl von Angela Merkel garantiert. Sollte die Linke eine Chance kriegen, in die Regierung zu kommen, dann wäre das ein negatives Szenario.”

Die Einbußen bei der Kundschaft, vor allem in Europa, lasse auch Deutschlands Exporteure nicht ungeschoren, so das Forbes-Fazit. Laut IWF wachse die deutsche Wirtschaft 2013 nur um magere 0,3 Prozent. Die Folge: Druck von den Wählern in Richtung mehr Staatsausgaben – “etwas, was die Deutschen den anderen abgewöhnen wollen.”

Sigrid Ulrich mit Reuters