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Geiseldrama: Einkaufszentrum in Flammen

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Geiseldrama: Einkaufszentrum in Flammen

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In Kenia haben Sicherheitskräfte ein besetztes Einkaufszentrum gestürmt, um Geiseln aus der Hand von militanten Islamisten zu befreien. Der Einsatz ist noch nicht beendet.

Nach 50 Stunden Geiseldrama zog das Innenministerium folgende Bilanz: Mindestens 62 Menschen wurden getötet, unter ihnen sind auch drei Terroristen.
200 weitere konnten gerettet werden.
65 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt. Kenianische Sicherheitskräfte haben demnach derzeit alle Stockwerke des Einkaufszentrums unter Kontrolle.

Die Lage hatte sich zuletzt dramatisch zugespitzt. Am Mittag stieg plötzlich dichter schwarzer Rauch aus dem Gebäude auf. Kurz zuvor waren mehrere laute Explosionen zu hören.

Nach Angaben des Innenministeriums hatten die Angreifer das Feuer selbst ausgelöst, um die Einsatzkräfte zu verwirren.

Das Terrorkommando der somalischen Islamistenmiliz Al-Shabaab hatte am Samstag das Einkaufszentrum gestürmt. Bei den Kidnappern soll es sich nicht nur um Somalis handeln, sondern um Täter unterschiedlicher Herkunft. Unter ihnen könnte auch ein Finne sein. Die Miliz hat Verbindungen zu Al Kaida.

Sie will im Süden Somalias einen streng islamischen Gottesstaat errichten. In Kenia werde es eine Welle von Anschlägen geben, sollte sich das kenianische Militär, das die somalische Armee unterstützt, nicht aus dem Nachbarland zurückziehen, teilte ein Miliz-Anführer mit.

Es halten sich wohl noch 10 bis 15 Täter in dem Gebäude verschanzt. Dem Militär gelang es im Laufe des Tages, alle vier Stockwerke unter Kontrolle zu bringen. Die Täter haben zudem laut Innenministerium nur noch wenige Geiseln in ihrer Gewalt. Am Montag wurden immer noch 63 Menschen vermisst.

Medienberichten zufolge nahm die Polizei mehrere Verdächtige fest,
die mit dem Anschlag in Zusammenhang stehen sollen. Diese werden derzeit verhört.