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Schüsse und Explosionen bei Geiseldrama in Kenia

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Schüsse und Explosionen bei Geiseldrama in Kenia

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Angespanntes Warten: Kenianische Sicherheitskräfte bereiten offenbar einen Sturm des Einkaufszentrums Westgate in Nairobi vor. Sicherheitskräfte halten das Gebäude umstellt, Scharfschützen sind in Wartestellung. Eine benachbarte Schule wurde geräumt.

Seit dem frühen Morgen waren immer wieder Schüsse zu hören. Es soll Explosionen gegeben haben. Es wird geschätzt, dass sich dort noch etwa fünfzehn Mitglieder der radikalen somalischen Al Shabaab-Miliz verschanzt halten – auch Frauen. Sie sollen noch etwa zehn Menschen in ihrer Gewalt haben. Die meisten anderen Geiseln konnten befreit werden.

Die Geiselnahme dauert seit Samstagmittag an, als die Terroristen mit Maschinenpistolen und Handgranaten das Einkaufszentrum stürmten. Dort kaufen vor allem reiche Kenianer und Ausländer ein.

Mindestens 69 Menschen wurden seitdem getötet: Unter ihnen auch drei Briten, zwei Französinnen, zwei Kanadier und eine Niederländerin. Über deutsche Opfer ist zunächst nichts bekannt.

Etwa 175 Menschen wurden bei der Geiselnahme verletzt. Dutzende weitere werden noch vermisst.

Präsident Uhuru Kenyatta rief die Menschen zur Ruhe auf. Vizepräsident William Ruto durfte unterdessen nach Kenia zurückkehren. Ihm wird derzeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag der Prozess gemacht, doch das Verfahren wurde nun für eine Woche unterbrochen, damit Ruto sich um die Krise im Land kümmern kann.

Die Al-Shabaab-Miliz aus Somalia hat bereits weitere Terrorangriffe angekündigt. Sie kontrolliert Teile Südsomalias und will den Rückzug kenianischer Truppen von dort durchsetzen.

Die Al Shabaab-Miliz will einen streng islamischen Gottesstaat am Horn von Afrika errichten und hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida.

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