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Geiseldrama in Kenia beendet

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Geiseldrama in Kenia beendet

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Die Belagerung des Einkaufszentrums in Nairobi ist vorbei. Kenias Präsident Uhuru Kenyatta sagte in einer Fernsehansprache, die Verluste seien immens.
Am Samstag hatten militante Islamisten das Gebäude in ihre Gewalt gebracht und mehrere Menschen als Geiseln genommen. Die Belagerung des Gebäudes dauerte vier Tage an. Zum Anschlag bekannte sich die südsomalische Al-Shabaab Miliz.

Kenyatta erklärte, 240 Opfer hätte es bei den Zusammenstößen mit den Terroristen im Westgate Einkaufszentrum gegeben. 61 Zivilisten hätten ihre Leben verloren. Sechs Sicherheitskräfte seien gestorben bei dem Versuch, die Kriminellen dingfest zu machen. Drei Etagen im Einkaufszentrum seien zusammengebrochen, mehrere Leichen lägen noch in den Trümmern, unter ihnen auch mehrere Terroristen.

Kenyatta kündigte außerdem eine dreitägige Staatstrauer an.

Sicherheitskräfte hatten am Nachmittag einen letzten Attentäter im Ostflügel des Gebäudes gejagt. Zuvor waren Teile des Einkaufszentrums zum Einsturz gebracht worden, um den Terroristen an der Flucht zu hindern. Alle Geiseln sollen befreit worden sein, über ihr Schicksal ist jedoch nichts Genaues bekannt.

Aus dem Umfeld der Al-Shabaab Miliz hieß es lange, es seien noch immer Menschen in der Gewalt der Attentäter. Sie will im Süden Somalias einen islamischen Gottesstaat errichten und hat Kontakte zum Terrornetzwerk Al Kaida.

Somalische Soldaten versuchen mit Unterstützung der Afrikanischen Union, die Miliz und ihre 5000 Kämpfer von dort zu vertreiben. Vor Ort sind auch kenianische Soldaten stationiert.

Die militante Gruppe kündigte weitere Anschläge in Kenia an, sollten sich die Truppen nicht aus Somalia zurückziehen. Unter den Tätern sollen auch mindestens drei Ausländer sein, zwei US-Amerikaner und eine Britin. Diese Angaben konnte der Präsident jedoch nicht bestätigen.

Zahlreiche Menschen, die die Tat mit erlebten, mussten psychologisch betreut werden.

Etwa ein Dutzend Verdächtige nahm die Polizei am Montag fest. Sie sollen in den Anschlag involviert sein.