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Mars lässt grüßen!

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Mars lässt grüßen!

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Weniger Methan auf dem Mars, als erwartet, so lautete die jüngste, für die Forschergemeinde ernüchternde Nachricht der NASA-Forschungssonde Curiosity. Seit einem Jahr sammelt der Roboter Daten auf dem Roten Planeten. Riesige Foto- und Datenmengen hat das Forschungsfahrzeug seit dem Beginn seiner Mission zur Erde gesendet.
Methan gilt als Hinweis auf mögliche biologische Aktivitäten – auf Leben also, vergangenes oder aktuelles. Auch auf dem Mars findet sich das Gas. Allerdings in viel kleineren Mengen als bisher gedacht.

“Curiosity” hatte über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem speziellen Messgerät danach gespürt. Die Daten ergaben, dass in der Marsatmosphäre sechsmal weniger Methan vorkommt als bislang geschätzt.
In der Vergangenheit waren Wissenschaftler von ganzen Methan-Schwaden in der Marsatmosphäre ausgegangen. Diese Annahme beruhte allerdings auf Beobachtungen von der Erde oder Mars-Satelliten.
Die jüngsten Befunde sind ein ziemlicher Dämpfer. Die NASA-Experten halten es nach der Auswertung für unwahrscheinlich, dass es auf dem Roten Planeten mikrobielles Leben gibt, von dem Methan produziert wird.

“Curiosity”, die bislang teuerste Mars-Mission, wird trotzdem weiter den Roten Planeten erkunden. Derzeit befindet sich der Forschungsroboter der NASA auf dem Weg zum Berg Sharp am Rand des Gale-Kraters, wo er weitere Analysen durchführen soll.

Auch Indien will zum Mars

Ebenfalls den Geheimnissen des Mars auf der Spur ist die indische Weltraummission MOM, die Abkürzung steht für Mars Orbiter Mission. Ende Oktober soll die Raumsonde Mangalyaan auf den Weg gebracht werden, nach einem zehnmonatigen Flug den Mars erreichen und in einen Orbit um den Roten Planeten einschwenken. Wenn alle Manöver so abgewickelt werden können wie geplant.
Auf der Umlaufbahn um Mars wird der Orbiter regelmäßig in die oberen Atmosphärenschichten und die Ionosphäre des Mars eintauchen, um deren Zusammensetzung zu untersuchen.

“Zu den wissenschaftlichen Instrumenten an Bord gehört eine Farbkamera, die aus unterschiedlichen Winkeln Aufnahmen von der Marsoberfläche machen wird”, erläutert Missionsleiter Mylswamy Annadurai. “Ebenfalls mit dabei sind eine Methansonde, die das Vorhandensein von Methan erkunden soll und ein Infrarot-Spektrometer, um basierend auf der vom Planeten ausgesendeten Wärmestrahlung Daten über Struktur und Zusammensetzung der Marsoberfläche zu sammeln.”

Der indischen Weltraumbehörde ISRO zufolge befindet sich die Sonde in der letzten Testphase. Über 80 Millionen Dollar kostet Indiens erste Mars-Mission und stößt in einem Land, in dem viele Menschen an Unterernährung leiden und die Wirtschaft ihren stärksten Abschwung seit zehn Jahren erlebt, auch auf Kritik.
Indien hat 1962 mit der Erkundung des Weltalls begonnen. Vor fünf Jahren entdeckte ein indischer Satellit Hinweise auf Wasser auf dem Mond. Jetzt rückt der Mars ins Visier.

Deutsch-russisches Projekt “ExoMars”

Schließlich hat auch die ESA nach wie vor ein Auge auf den Roten Planeten. ExoMars heißt das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der russischen Weltraumagentur Roskosmos durchgeführt wird und für die Jahre 2016 und 2018 zwei gemeinsame Mars-Missionen vorsieht.
Ziel der beiden Missionen soll es nach ESA-Angaben sein, auf dem Roten Planeten nach Hinweisen von gegenwärtigem oder früherem Leben zu suchen.Spuren von Methan und anderen atmosphärischen Gasen würden Erkenntnisse über aktive biologische oder geologische Prozesse erlauben
Das “ExoMars”-Programm stand bereits vor dem Aus, nachdem die US-Weltraumbehörde NASA aus Kostengründen ihren Rückzug erklärt hatte. Die ESA konnte daraufhin Russland ins Boot holen.