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Stolpert Sarkozy über das Geld der alten Dame?

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Stolpert Sarkozy über das Geld der alten Dame?

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“Wie wurde denn nun mein Wahlkampf finanziert? Durch die U-Boot-Geschäfte mit Pakistan oder durch Gaddafi oder durch Madame Bettencourt?” Als der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy das sagte, stand er gerade wieder im Wahlkampf. In jenem für eine zweite Amtszeit. Das war im April 2012. Diese Wahl verlor Sarkozy. Inzwischen beschäftigt sich ein Gericht in Bordeaux damit, wer wann wie wieviel von der reichsten Frau Frankreichs bekam. Und dabei werden keine Scherzfragen gestellt. Die Sache kam ins Rollen, als die mit ihrer Mutter zerstrittene Tochter der Erbin des Kosmetikkonzerns “l’Oréal” die geistige Leistungsfähigkeit der inzwischen 90jährigen Lilianne Bettencourt amtlich prüfen ließ. Die Tochter hatte den Verdacht, dass die Mutter nicht mehr überblicke, wer da wofür von ihr Geld bekam. Vielleicht fürchtete sie ganz einfach um ihr Erbe. Und so kamen die Ermittler über den Familienstreit zu möglicherweise unsauberen politischen Verquickungen. Da ging es um den Präsidentschaftswahlkampf 2007, für den der damalige Wahlsieger Sarkozy Geld brauchte. Wie es der Zufall so wollte, war er vorher lange der Bürgermeister jenes eleganten Pariser Vorortes, in dem die superreiche alte Dame wohnt. Man kannte sich.
Dann deckten Journalisten auf, dass die Ehefrau eines Politikers, der dann unter Sarkozy Minister wurde, für Madame Bettencourt gearbeitet, mit deren Schecks zu tun gehabt hatte. Peinlich! Die dumme Sache könnte dem Ex-Präsidenten jetzt drei Jahre Gefängnis einbringen. Sarkozys Anwalt hatte versucht, ein medizinisches Gutachten aus dem Verfahren herauszuhalten, dass der reichen alten Dame Demenz attestierte. Nur mit diesem Gutachten kann die Anklage den Vorwurf aufrecht erhalten, Sarkozy habe diese Krankheit ausgenutzt, um finanzielle Mittel für seinen Wahlkampf 2007 zu bekommen. Nun wird auch wieder über die Gerüchte geredet, Geld für Sarkozys Wahlkampf sei auch von Gaddafi gekommen. Und auch von Schmiergeldern für eine U-Boot-Lieferung nach Pakistan ist wieder die Rede. Sehr unangenehm, all die dummen alten Geschichten. Hatte der Ex-Präsident doch gerade durchblicken lassen, er könne sich vorstellen, 2017 noch einmal anzutreten. Der Prozeß könnte all diese Pläne zunichte machen.