Eilmeldung

Eilmeldung

Griechenland: Proteste gegen Rechts

Sie lesen gerade:

Griechenland: Proteste gegen Rechts

Schriftgrösse Aa Aa

Proteste gegen Rassismus und Rechtsextremismus haben am Mittwochabend in Athen zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei geführt. Rund 200 Vermummte hatten versucht, die Zentrale der rechtsradikalen Partei Goldene Morgenröte zu stürmen. Hintergrund der Proteste ist der gewaltsame Tod eines Rappers aus der linken Szene. Ein Rechtsradikaler hat zugegeben, den Musiker in der vergangenen Woche erstochen zu haben. Rassistisch motivierte Gewalt nimmt in Griechenland immer größere Dimensionen an. In den letzten eineinhalb Jahren gab es laut einer Studie über 280 Überfälle und Misshandlungen mit rassistischem Hintergrund. Vier Menschen kamen dabei ums Leben.

“Wir haben Angst vor die Tür zu gehen. Überall sind die Gangs der Goldenen Morgenröte. Die schlagen die Leute zusammen, egal welcher Religion oder welchen Geschlechts”, so dieser Demonstrant.

“Die Goldene Morgenröte sollte das Gesetz zu spüren bekommen, bevor sie sich darüber hinwegsetzt. Man muss verhindern, dass sie unterstützt wird. Die vergiften unsere Kinder in den Schulen”, meint diese Frau.

Die Behörden vermuten hinter einer Vielzahl der rechtsradikalen Gewalttaten Sympathisanten der Goldenen Morgenröte. Die Partei ist mit 18 von 300 Abgeordneten im Parlament vertreten.

Euronews-Korrespondent Stamatis Giannisis:
“Nach dem blutigen Zwischenfall in der vergangenen Woche, bei dem ein linker Aktivist ums Leben kann, wird gegen die Goldene Morgenröte ermittelt. Die griechischen Behörden versuchen herauszufinden, ob es sich um eine kriminelle Organisation handelt. Wenn das bewiesen werden kann, drohen den führenden Kräften Gefängnisstrafen von bis zu 10 Jahren.”