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Nadelmikroskop mit 3D-Blick

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Nadelmikroskop mit 3D-Blick

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Australische Forscher haben nach eigenen Angaben das kleinste Handmikroskop der Welt entwickelt, so klein, dass es in eine Nadel passt und Chirurgen bei Operationen einen besseren Blick auf das Innere des Patienten eröffnet. Das Miniaturmikroskop könnte künftig bei der Behandlung von Brustkrebs für bessere Operationsergebnisse sorgen.

“Ziel unserer Forschung war, den Chirurgen ein Hilfsmittel zu geben, mit dem sie sicher das gesamte Krebsgeschwür entfernen”, erklärt Robert McLaughlin von der University of Western Australia in Perth.

Das Mikroskop hat einen Linsendurchmesser von gerade mal 0,3 Millimetern und ist dazu in der Lage, hochpräzise 3D-Bilder zu liefern. Bei Brustkrebsoperationen ist diese Genauigkeit sehr wichtig, um
sicherzugehen, dass alle Krebszellen entfernt wurden. Das Instrument wird derzeit an menschlichen Gewebeproben getestet.

Christobel Saunders ist Chirurgin am Royal Perth Hospital und auf Brustkrebs spezialisiert. Sie glaubt, dass die Bilder des 3D-Minimikroskops hilfreich sein könnten, Brustgeschwüre restlos zu entfernen, ohne dabei zu viel gesundes Gewebe zu entnehmen.
“Wir sehen tatsächlich auf mikroskopischer Ebene, wo der Tumor sitzt. Es ist beinah wie eine Ultraschallaufnahme, aber auf mikroskopischer Ebene.”

Das australische Medizinerteam ist davon überzeugt, dass ihr Mikroskop auch bei der Behandlung anderer Krebsarten, wie Gehirn- oder Lungenkrebs, eingesetzt werden könnte.
Auch die Forschung könnte davon profitieren, meint Robert McLaughlin.
“Indem wir verstehen, was bei Krankheiten wie dem Lungenemphysem im Körper geschieht, könnten wir der Forschung dabei helfen, neue Wirkstoffe gegen diese Krankheiten zu entwickeln.”

Noch befindet sich das Nadelmikroskop in der Testphase und dürfte seinen Entwicklern zufolge in den kommenden zehn Jahren in die Operationssäle Einzug halten.