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Der Albtraum des Krieges

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Der Albtraum des Krieges

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Der iranische Regisseur Reza Haddad hat den Horror des Krieges in seinem Heimatland mit einem Theaterstück beschrieben.
“Funny Nightmares for Day and Some for Night” heißt die moderne Performance, die im August und September im Herzen Teherans aufgeführt wurde.
Das Drehbuch stammt von Mohammed Charmshir, einem der bekanntesten Dramatiker Irans.
Den Albtraum und die Katastrophen des Krieges wollten die beiden Künstler darstellen.
Regisseur Reza Haddad erklärt:

“Wir leben in einer Welt, in der es sehr viel Angst vor Krieg gibt. Wir fürchten uns vor einem neuen Krieg in unserem Land. Diktatoren haben dafür gesorgt, dass wir den Albtraum, in dem wir leben, hassen. Mit diesem Theaterstück versuche ich, einige dieser
Gefühle, den Horror, zu zeigen. Ich möchte mit dem Publikum darüber sprechen – auf der ganzen Welt, nicht nur in meinem Heimatland. Die größte Angst der Menschen auf der ganzen Welt ist Krieg. Krieg und Ruinen. Kinder, die Opfer des Krieges werden. Das sind möchte ich zeigen mit diesem Stück.”

Mohammed Charmshir:
“Wir haben viele Sorgen. Die Realität dieser Sorgen, unsere intellektuelle Analyse der Nachrichten und anderer Informationen macht uns begreiflich, dass große Gefahr vor uns liegt. Wir steuern auf eine große Katastrophe zu. Das bringt mich um den Verstand. Diese Gedanken spiegeln sich natürlich auch in meinem Werk wider.”

Bei den Aufführungen von Nightmare of War in Teheran waren auch unverschleierte Frauen auf der Bühne – für Iran etwas sehr ungewöhnliches.

Mohammed Charmshir:
“Ich versuche, über alle Aspekte dieser Katastrophe zu schreiben und daraus dann eine symbolische Performance zu entwickeln. Wenn wir unsere Sorgen und Ängste mit dem Publikum teilen möchten, dann brauchen wir dafür eine besondere Sprache, besondere Bilder, ein spezielles Design und eine bestimmte Schauspielmethode. Wir wollten diese Katastrophe unmittelbar auf die Bühne bringen.”

Bis zur Demokratie in Iran ist es noch ein langer Weg – seit den Wahlen im vergangenen Juni gibt es zumindest auf den Bühnen Irans etwas weniger Beschränkungen.