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Ein Meister der Musik und sein Orchester auf Tournee

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Ein Meister der Musik und sein Orchester auf Tournee

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Eines der besten Orchester Italiens geht auf Tournee. Das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia ist nach Bukarest eingeladen worden. Gemeinsam mit seinem von der Kritik hoch gelobten Chor wird es beim berühmten Enescu Festival in der rumänischen Hauptstadt auftreten.

Antonio Pappano übernahm 2005 die musikalische Leitung und hat seitdem einen äußerst positiven Einfluss auf das Orchester gehabt. “Das beste an den gemeinsamen Reisen ist, dass ich immer ganz vorne im Flugzeug sitzen kann”, erzählt Sir Tony. “So kann ich jeden einzelnen beim Einsteigen begrüßen. Das ist großartig… einfach so in Jeans die Reise antreten und sich nur um das Konzert kümmern, nur über die Musik nachdenken und sich freuen, dass wir alle zusammen sind. Aber dieser Moment, wenn ich zu jedem `buongiorno`sage, das ist großartig und sehr wichtig.”

Ein römisches Orchester in Rumänien. Der Ortswechsel belebt die Musiker. Die Reisen zu unterschiedlichen Orten — Japan, Russland, Rumänien — haben das Selbstwertgefühl der Musiker gestärkt und sie selbstbewusster gemacht, erläutert Sir Tony. “Wenn man auf der Bühne steht, wird man beurteilt”, sagt er. “Dafür braucht man ein gewisses Maß an Standfestigkeit. Und sie haben alle unter Beweis gestellt, dass sie darüber verfügen.”

Santa Cecilia ist beispielhaft für das, was an der italienischen Kultur herausragend ist. Hinsichtlich des Kartenverkaufs steht es an Platz 1 unter den europäischen Orchestern.

Von seinen Musikern verlangt Sir Tony Konzentration, Präzision und die Fähigkeit, bei jedem Konzert innovativ zu spielen, erklärt der Konzertmeister Carlo Maria Parazzoli: “Sobald wir auf Standard-Niveau spielen, in routinierter Weise, wird er sofort aufmerksam. Wir bemerken es auch und uns allen ist klar, dass es so nicht geht. Er verlangt Frische und totale Hingabe — zu jedem Zeitpunkt.”

Die Konzertreise verlangt den Musikern einiges ab, aber das darf nicht zu Lasten der Musik gehen, findet Konzertmeister Parazzoli: “Auf Tournee gehen bedeutet, jeden Abend in einer anderen Stadt aufzutreten, am nächsten Tag weiterzureisen, Ankunft, Probe und dann Konzert vor einem neuen Publikum. Für jedes Konzert müssen wir neue Energie finden. Wir können nicht eine schlechte Kopie des Auftritts vom Vorabend bieten.”

Trotz gelegentlichen Ärgers hat Sir Tony für seine Musiker nur lobende Worte: “Ich finde mein Orchester sehr großzügig. Die Musiker holen immer das letzte aus sich heraus, um alles geben zu können. Ich denke, dass ist wirklich großartig.”

Das Enescu Festival endet am 28. September mit Auftritten des Schubert Ensembles, Murray Perahia und des Royal Philharmonic Orchestra.