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Unbeliebte Muslimbrüder in Ägypten

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Unbeliebte Muslimbrüder in Ägypten

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Ein ägyptisches Gericht hat am Montag die Muslimbruderschaft in Ägypten verboten. Das Gericht beschloss außerdem, das Vermögen und die Immobilien der Islamistenbewegung zu konfiszieren. Der ägyptische Jurist Asharaf Mohammed erklärt: “Dieses Urteil ist zwingend aus dem hervorgegangen, wie die Muslimbruderschaft sich benommen hat. Es ist juristisch gesehen einwandfrei. Zu sagen, es wäre ein politisch motiviertes Urteil ist einfach nicht richtig.”

Innerhalb eines Jahres stiegen die Muslimbrüder von einer halblegalen Organisation zur mächtigsten politischen Kraft Ägyptens auf. Ihr tiefer Sturz ging noch schneller. Jetzt ist die älteste Islamistenbewegung des Landes per Gerichtsbeschluss verboten und viele Ägypter auf der Straße haben nichts Gutes über die Muslimbrüder zu sagen. Ein Bankangestellter meint etwa: “Die Muslimbrüder haben sich das selbst zuzuschreiben. Sie haben sich im Volk unmöglich gemacht. Ich bedauere, dass es zu einem Verbot kommen musste, aber die Muslimbruderschaft ist selbst dran schuld.”

Doch die Muslimbrüder haben nach wie vor ihre Anhänger, nur dürfen die jetzt nicht mehr demonstrieren. Immer wieder waren in den vergangenen Monaten viele Hunderte auf die Straße gegangen, um ihre Unterstützung für die Islamistenorganisation zu zeigen.

Mit dem Verbot sind die Muslimbrüder allerdings nicht von heute auf morgen verschwunden. Für Ägypten bleibt nun also die Frage, wie es zu einer Versöhnung mit der Muslimbruderschaft kommen kann.