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Anti-Nazi-Film wieder aufgetaucht

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Anti-Nazi-Film wieder aufgetaucht

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Über 70 Jahre lang lagerten diese Bilder vergessen im Archiv der belgischen Cinemathek. Erst jetzt stellte das Museum fest, dass es die einzige Kopie des Anti-Nazi-Films “Hitlers Schreckensherrschaft” besitzt. Historiker glaubten den Streifen bereits verloren.
Nicola Mazzanti, Direktor der belgischen Cinemathek:
“Im Jahr 1939 hat wahrscheinlich jemand versucht, den Film in Belgien rauszubringen, doch das war leider zu spät. Wegen der deutschen Invasion ist er in der Filmdose geblieben. In den 70ern ist er dann in die Cinemathek gekommen. Wir wussten, dass er da ist, aber wir entdecken jetzt erst, dass wir die einzige Kopie besitzen.”
Gedreht wurde der Film vom amerikanischen Erben und Amateurfilmer Cornelius Vanderbilt im Jahr 1933. Der Streifen ist eher unprofessionell gefilmt und geschnitten, historisch aber interessant: Er enthält Dokumentaraufnahmen und nachgestellten Szenen.
Vanderbilt war einer der wenigen Filmemacher, die zu dieser Zeit frei in Deutschland filmen konnten.
Dennoch rätseln Historiker wie Roel Vande Winkel, wie es dem Amateurfilmer möglich war, derart brisante Szenen zu dokumentieren:
“Ein paar Jahre später, 1935 oder 1936, wäre der Film sicherlich nicht mehr möglich gewesen. Aber damals hatte Vanderbilt anscheinend die Erlaubnis, diese Bilder zu drehen – es hat ihn zumindest niemand davon abgehalten.”
Am 26. Oktober wird eine restaurierte Fassung des Films im New Yorker Museum of Modern Art erstmals wieder öffentlich gezeigt.