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Weltklimabericht: Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen

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Weltklimabericht: Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen

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Naturkatastrophen! Die stehen uns künftig immer heftiger ins Haus. Nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in mittleren Breiten. Solche wie in Mitteldeutschland und Bayern im vergangenen Mai.
Und dabei ist der Klimawandel zu 95 Prozent von Menschen gemacht. Auf diese alarmierenden Aussichten lässt sich in aller Kürze der eben veröffentlichte 5. Weltklimabericht zusammenfassen.

Wir dürfen uns nicht von optimistisch erscheinenden Beobachtungen über kürzere Zeiträume zum Leichtsinn verleiten lassen. Die Fakten besagen: Der menschliche Anteil an der Klimaerwärmung ist von 66% im Jahre 2001 auf gegenwärtig 95% gestiegen.

Was noch bedrohlicher klingt: Bis zum Ende dieses Jahrhunderts können die Temperaturen um bis zu 4,8 Grad Celsius steigen. Auf die harmloseste Möglichkeit von nur 0,3 Grad Celsius sollte man sich besser nicht verlassen.

Schon jetzt schmelzen die Gletscher, und zwar so, dass bis zur Jahrhundertwende der Meeresspiegel um 26 bis 82 Zentimeter ansteigen wird. Damit wäre nicht nur das Schicksal der Niederlande besiegelt.

Über all diese beunruhigenden Fakten wurden gerade in Stockholm auf Konferenz des Weltklimarates beraten. Der war vor 25 Jahren vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen ins Leben gerufen worden.

Seither hat er fünf Berichte vorgelegt, deren jüngster feststellt: Die Ozeane sind saurer geworden, weil sie rund 30 % des von Menschen produzierten Kohendioxids aufgenommen haben, das Eis an den Polen und auf den Gletschern schmilzt immer schneller. Die Konzentration von Kohlendioxid hat sich seit Beginn der Industrialisierung um 40 % erhöht, die Konzentration des Treibhausgases Methan stieg in dieser Zeit um 150%. Das liegt an der weltweit wachsenden Industrieproduktion wie am wachsenden Individualverkehr.

Ganze Städte verschwimmen schon im Nebel. Vor allem in den sogenannten “Schwellenländern”, die jetzt mit aller Kraft aufholen wollen, was ihnen die Industrieländer vorgemacht haben.

Im Gegenzug fallen auch Trockenperioden in anderen Gebieten immer extremer aus. Und als besonders schädlich erweist sich das Abholzen von Wäldern in großem Stil. So bleibt die dringende Warnung an die heutigen Bewohner dieses Planeten: Noch nie war der Mensch so nahe daran, den Ast abzusägen, auf dem er sitzt! Es geht nicht mehr darum, was machbar ist – gemacht werden muss, was auch künftigen Generationen das Leben auf der Erde ermöglicht.

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