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"Aus Sicherheitsgründen": Wieder keine Schwulenparade in Belgrad

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"Aus Sicherheitsgründen": Wieder keine Schwulenparade in Belgrad

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Eigentlich wollten Schwule und Lesben in Serbien an diesem Samstag mit einer Parade in Belgrad für ihre Rechte demonstrieren. Die Regierung des Landes, das in die EU will, verbot den Umzug aber. Aus Sicherheitsgründen, wie Ministerpräsident Ivica Dacic sagte. Menschenleben seien bedroht, der Preis zu hoch. Trotz des Verbots zogen rund 200 Aktivisten mit Regenbogenflaggen und Spruchbändern durch die Straßen.

Die EU hatte sich für die Parade eingesetzt. So hätte das Land beweisen können, dass es die Rechte von Minderheiten schützt, hieß es aus Brüssel. Der Chef der europäischen Delegation in Serbien, Michael Davenport, meinte: “Dies ist eine Chance für Serbien, vor dem Hintergrund der Beitrittsverhandlungen ein starkes Zeichen zu setzen dafür, dass man hinter den gemeinsamen Werten steht. Das hätte man an Europa und die Welt senden können.”

Rechte und die orthodoxe Kirche hatten sich gegen die Parade ausgesprochen. Auf Postern und mit Graffiti wandten sie sich gegen den Umzug. Einige nationalistische Extremisten drohten den Teilnehmern Prügel an. Vor drei Jahren gab es bei der ersten Schwulenparade in Belgrad schwere Ausschreitungen. Seither wurde die Veranstaltung jedes Jahr erneut verboten.

Quellen: Reuters, dpa