Eilmeldung

Eilmeldung

Italiens Polittheater vor dem nächsten Akt

Sie lesen gerade:

Italiens Polittheater vor dem nächsten Akt

Schriftgrösse Aa Aa

Nach der Rücktrittsankündigung von fünf Ministern der Berlusconi-Partei “Volk der Freiheit” taumelt Italiens Regierung ihrem Ende entgegen. Präsident Giorgio Napolitano streubt sich noch gegen Neuwahlen, Ministerpräsident Enrico Letta hat unterdessen angekündigt, voraussichtlich am Mittwoch vor dem Parlament die Vertrauensfrage zu stellen und setzt dabei auch auf Abweichler seines Koalitionspartners.

“Die Meinungsumfragen zeigen, dass eine große Mehrheit der Berlusconi-Wähler für eine Fortsetzung der Regierungsarbeit ist. Die Minister und Berlusconi selbst scheinen unterschiedliche Standpunkte zu vertreten”, sagt der Ministerpräsident.

Letta wähnt die Unterstützung der Bevölkerung zwar hinter sich, doch die Italiener sind ebenso uneins über die Zukunft ihres Landes wie die Regierung.

“Ich glaube, es wäre besser, Neuwahlen durchzuführen, denn im Moment funktioniert nichts. Alles wird nur verzögert, das Leid nur verlängert. Die Krise ist spürbar”, meint ein Italiener. Eine Frau sagt: “Meiner Meinung nach denkt Berlusconi nur an sich und nicht an Italien und die Italiener. Dabei gibt es Leute, die leiden.”

Das Ringen um Silvio Berlusconis Verbleib im Senat nach dessen rechtskräftiger Verurteilung hatte die Krise erst ausgelöst. Auch wenn seine Partei mittlerweile innerlich zerstritten ist, fordert der 77-Jährige Neuwahlen – und zwar so schnell wie möglich.