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Monacos unbekannte Seite: Das produzierende Gewerbe

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Monacos unbekannte Seite: Das produzierende Gewerbe

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Monacos Wirtschaft – das sind nicht nur Yachten, Finanzdienstleistungen und das Spielcasino.

Über 5.000 Firmen drängen sich auf dem Felsen, darunter 111 Industrieunternehmen, die gut 3.000 Menschen Arbeit geben. Pharmazeutische Produkte, Autoteile, Spitzentechnologie oder Luxuskleidung – im Fürstentum wird auch produziert.

“Die Industrie macht etwa 6 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts aus. Im Vergleich dazu macht der Immobiliensektor circa 9 Prozent und Finanzdienstleistungen 15 Prozent”, schlüsselt Finanz- und Wirtschaftsminister Jean Castellini auf.

Eins der produzierenden Unternehmen ist Asepta-Akiléïne – hier werden Kosmetika und dermatologische Produkte hergestellt. Die gesamte Fertigung findet in Monaco statt – mangels Grundfläche verteilt auf fünf Etagen. Anne-Marie Noir leitet die Labore: “Die erste Einschränkung ist, dass wir auf mehrere Stockwerke verteilt sind, das erleichtert die Fertigung nicht gerade. Die hohen Mieten in Monaco sind ebenfalls ein Nachteil… Aber wir profitieren von einer Finanzhilfe der Regierung. Das Gebäude gehört ihr. Doch für die Angestellten ist das auch ein Problem, denn die Mieten in Monaco sind sehr hoch, um hier zu wohnen.”

Die Angestellten kommen – ebenso wie gut 45.000 andere Pendler – jeden Morgen aus Frankreich und Italien angereist. 9.000 Menschen mehr, als Monaco Einwohner hat.

Eine andere Branche, dieselben Probleme: Die Bettina-Gruppe, spezialisiert auf Haute Couture. Philippe Prud’Homme leitet das Unternehmen mit 120 Angestellten, es produziert für Hermès und Chanel. Trotz der logistischen Schwierigkeiten sieht Prud’Homme einen großen Vorteil in Monaco: “Wir müssen uns nicht jeden Morgen Sorgen machen, ob bei uns eingebrochen wird. Wir sind in einer überwachten Zone, und können ganz beruhigt arbeiten.”

Und Steuervorteile? Finanzminister Castellini bekräftigt: “Die Unternehmensbesteuerung ist in Monaco nicht besonders vorteilhaft, denn es ist die französische Steuer, sie liegt bei 33,3 Prozent. Da können wir also keine Art von Fiskaldumping betreiben.”

Dafür bietet der Staat Unternehmen Finanzhilfen bei Weiterbildung und Forschung an. Bettina-Chef Philippe Prud’Homme wirbt für die Schaffung eines Labels – um zu zeigen, dass es in Monaco nicht nur das Geld ist, das arbeitet.