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Paris feiert den nackten Mann

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Paris feiert den nackten Mann

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Die Herren der Schöpfung geben sich die Ehre in der Ausstellung “Masculin/Masculin” im Pariser Musée d’Orsay. Das Thema Männerakt wurde bereits vor Kurzem vom Wiener Leopold Museum erforscht. Die Pariser Schau ist ähnlich konzipiert. Ein Großteil der Exponate stammt jedoch aus französischen Museen.

Noch heute tue sich die Öffentlichkeit schwer mit dem nackten Männerbild, meint der Direktor des Museums, Guy Cogeval.
“Männliche Schönheit sorgt für ein gewisses Schamgefühl. Wer das Musée d’Orsay besucht, wird feststellen, dass nahezu überall in vielen Ausstellungssälen die weibliche Schönheit triumphiert. Männliche Akte gibt es längst nicht so viele.”

Die Pariser Schau ist thematisch aufgebaut, beginnt mit dem “Klassischen Ideal”, führt über “Nackte Helden” bis zum “Objekt der Begierde”. Klassische Werke werden Arbeiten aus dem 20. und 21.
Jahrhundert gegenübergestellt, schamhaft Verhülltes trifft auf provozierende Freizügigkeit.

“Es ist ein idealisierter Körper, nicht der eines bestimmten Mannes, sondern ein idealisierter Körper mit universellen Werten”, erklärt Ko-Kuratorin Ophélie Ferlier. “Genau ist der besondere Aspekt des Männerakts.”

Die vor wenigen Monaten in Wien gezeigte Ausstellung zum Thema nackte Tatsachen sorgte für Kontroversen und Menschenschlangen an den Museumskassen.
Die als weitaus zahmer eingestufte Werkschau im Pariser Musée d’Orsay darf ebenfalls, bis Anfang Januar, auf regen Besucherandrang hoffen.