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Ein anderer Wind im Vatikan

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Ein anderer Wind im Vatikan

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Papst Franziskus hat die “Selbstbezogenheit” im Vatikan kritisiert. Auch wenn die Kurie in Rom in ihrer Gesamtheit
kein Fürstenhof sei, so gebe es in ihr bisweilen aber Höflinge, sagte Franziskus in einem Interview der römischen Zeitung “La Repubblica”. Seine Äußerungen erscheinen an dem Tag, an dem sich die vom Papst eingesetzte Beratergruppe aus acht Kardinälen erstmals mit ihm traf, um über Reformen der Kurie zu sprechen. Sein neues Beratergremium hob er mit den Worten hervor, damit beginne “eine Kirche mit einer nicht nur vertikalen, sondern auch horizontalen Organisation.”

“Die Führer der Kirche waren oft narzisstisch, von Höflingen
umschmeichelt und zum Üblen angestachelt. Der Hof ist die Lepra des Papsttums”, sagte Franziskus in dem langen Interview. Er teile eine auf den Vatikan und seine Interessen ausgerichtete Sicht nicht, so der Papst: “Ich werde alles tun, um sie zu ändern.” Der Heilige Stuhl müsse im Dienst des Volkes Gottes stehen.

Unterdessen hat die Vatikanbank IOR erstmals ihre Bilanz veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass das Geldinstitut im vergangenen Jahr seinen Gewinn auf mehr als 86 Millionen Euro vervierfachte. Als Teil der neuen Transparenzoffensive werden seit Mai auch alle Kunden überprüft. Italienischen Medienberichten zufolge soll das Geldhaus wegen des Verdachts auf Geldwäsche diverse Konten geschlossen haben. Auch vier Botschaften sollen darunter sein. Bei den Konten der Vertretungen der Länder Syrien, Iran, Irak
und Indonesien seien hohe Bargeld-Summen abgehoben worden, berichtete der “Corriere della Sera”.