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Israel warnt weiter vor Annäherungskurs von Irans neuer Führung

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Israel warnt weiter vor Annäherungskurs von Irans neuer Führung

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Israel warnt weiter vor dem Annäherungskurs der neuen iranischen Führung. Vor der
Vollversammlung der Vereinten Nationen rief der Regierungschef dazu auf, die Sanktionen gegen Iran aufrechtzuerhalten oder sogar zu verschärfen und sich nicht mit Teilzugeständnissen zufriedenzugeben. Dabei geht es um Irans Kernforschung und Urananreicherung.

Irans neuer Präsident Hassan Rohani klinge nicht wie sein Vorgänger, sagte Benjamin
Netanjahu; aber in Sachen Atomprogramm gelte: Machmud Achmadinedschad sei ein Wolf im Wolfspelz gewesen, Hassan Rohani dagegen ein Wolf im Schafspelz, der die Weltgemeinschaft täuschen wolle.

Iran betreibt die Kernforschung nach eigenen Angaben zu friedlichen Zwecken. Westliche Länder und Israel glauben aber, es wolle in Wahrheit Kernwaffen bauen.

Seit dem Auftritt Rohanis letzte Woche vor der UNO-Vollversammlung herrscht vorsichtige Zuversicht, dass sich dieser Konflikt beilegen lasse. Israel mag den neuen Tönen aus Teheran aber nicht trauen und verlangt Taten.

Netanjahu versuchte in seiner Rede immer wieder, Zweifel an der Ehrlichkeit Irans allgemein und an der des neuen Präsidenten zu säen. So erwähnte er Rohanis Vergangenheit als hoher Sicherheitsverantwortlicher; in die damalige Zeit seien schwere Anschläge im Ausland gefallen, für die Iran verantwortlich sei.

Weiter stellte er in Frage, warum ein Land zur friedlichen Kernforschung unterirdische, gut geschützte Anlagen baue – oder warum ein Land, das auch so über
gewaltige Energieressourcen verfüge, nun auch noch die Kernenergie nutzen wolle.

Der Regierungschef aus Israel zog auch Parallelen zur letztlich erfolglosen Diplomatie
gegenüber dem heute atombewaffneten Nordkorea und sogar zum Schicksal der Juden im 20. Jahrhundert.

Netanjahu warb in seiner Rede aber auch um ein besseres Verhältnis zu Israels arabischen Nachbarländern. Außerdem erklärte er sich bereit zu einem historischen Kompromiss mit den Palästinensern: Im Gegensatz zu ihm seien deren Führer bisher aber nicht zu schmerzhaften Zugeständnissen bereit.