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"K8" - die neuen Reformberater des Papstes

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"K8" - die neuen Reformberater des Papstes

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Dieser Papst hat versprochen zu handeln. Vom Moment seiner Wahl an. Schon mit seinem Namen “Franziskus” verbindet er ein Programm: Papst der Armen will der Argentinier sein. Und gleichzeitig will er seiner Kirche dort reformieren, wo sie es nötig hat. Dafür hat er eine Beratergruppe aus acht Kardinälen berufen, zu der als einziger Europäer der Münchener Erzbischof Reinhard Marx gehört. Vor der ersten Tagung dieser “Reformkomission” forderte der Papst die katholische Kirche erneut auf, sich der Neuzeit zu öffnen. Er wolle seine an der Spitze verkrustete Kirche wachrütteln, kommentieren das Beobachter.
Vatikansprecher Federico Lombardi nennt es “eine Langzeitaufgabe”, was die acht Kardinäle da vor sich haben. Niemand solle glauben, eine Reform der Kurie und der Kirchenregierung so einer Universalkirche könne man innerhalb von drei Tagen mit entsprechenden Schlußfolgerungen abschließen.
Forderungen nach einem Mentalitätswechsel im Vatikan kommen schon länger von der Kirchenbasis. Ein Sprecher der Reformbewegung “Wir sind Kirche” betont, die Gläubigen, die in der Vergangenheit “immer nur Verbote aus Rom gehört haben, die immer nur Gehorsam geübt haben, die immer aus Rom zurückgepfiffen wurden”, müssten lernen, “dass Kirche überall vor Ort stattfindet.” “Mentalitätswechsel” heisst auch Transparenz, zumal nach “Vatileaks”, als manch unangenehme Wahrheiten durch die Presse gingen. Iacopo Scaramuzzi, Vatican-Korrespondant der Nachrichtenagentur “Tim news”, spricht vom “starken Mandat” dieses Papstes. Die Mehrheit der Kardinäle, die ihn gewählt hat, erwarte von ihm Reformen der Kurie. Dazu gehört auch die neue Transparenz bei der Vatikanbank. Die hat gerade erstmals in ihrere Geschichte eine Bilanz veröffentlicht. Die Bank war ins Gerede gekommen. Verdächtigungen rund um Mafia-Kontakte oder Geldwäsche sollen gründlich ausgeräumt werden, weshalb alle 19.000 Kunden überprüft wurden. Und dann ist da auch noch der Schaden, den sexueller Mißbrauch an Schutzbefohlenen durch Priester dem Ansehen der katholischen Kirche zugefügt hat. Der Jesuit auf den Stuhle Petri vollzieht
keine Abkehr von traditionellen katholischen Lehren – wohl aber eine Umschichtung bei der Bewertung.
Schließlich hat sich auch die Kirche verändert, die er führt. Von 1,2 Milliarden Katholiken weltweit lebt nur noch ein Viertel in Europa. Der Papst spricht von “sozialen Wunden”, die geheilt werden müssen.
Und dafür wollen die Gläubigen – so Papst Franziskus – keine “Funktionäre oder Staatskleriker”, sondern echte Hirten.