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Budapester Konferenz befasst sich mit Antisemitismus

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Budapester Konferenz befasst sich mit Antisemitismus

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Für zwei Tage geht es in Budapest um den Antisemitismus. Eine Konferenz behandelt
derzeitige Formen von Judenhass, aber zum Beispiel auch Ungarns Rolle als Verbündeter von Nazideutschland. Hunderttausende ungarische Juden wurden in jener Zeit in die Konzentrationslager deportiert.

Man habe aus der Vergangenheit gelernt, sagt Ungarns Vizeregierungschef Tibor Navracsics. Man wisse, was passiert sei, und werde es für die Zukunft verhindern. Ungarns Demokratie werde sich gegen jeden verteidigen, der den Hass schüren wolle.

Antijüdische Vorfälle gibt es in Ungarn immer wieder. Die rechtsextreme Partei Jobbik verlangte im Parlament sogar eine Liste der Abgeordneten jüdischer Abstammung: Sie könnten ja ein Sicherheitsrisiko sein.

In Ungarn wurden schon in den zwanziger Jahren unter dem Regime von Miklos Horthy antisemitische Gesetze erlassen. Später verbündete sich Horthy mit den Nazis.
Historiker sind sich einig, dass die Massendeportationen von Juden damals nicht ohne Mithilfe vieler ungarischer Beamter möglich gewesen wäre.

Israels Finanzminister Jair Lapid berichtete bei der Konferenz, wie sein Vater 1945 der Ermordung durch die Nazis in Budapest knapp entkam. Er wolle seine Gastgeber nicht verletzen, müsse aber sagen, dass “zehntausende Ungarn Helfer der Nazis waren”, sagte er.

Veranstalter der Konferenz ist das 2011 gegründete Budapester Tom-Lantos-Institut. Es trägt den Namen des ungarischen Holocaust-Überlebenden, der später Volksvertreter in den USA wurde. Senator Tom Lantos starb 2008. Er war noch seit gemeinsamen Budapester Kindheitstagen mit Jair Lapids Vater befreundet.