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"Eyjafjallajökull", Beziehungskomödie im Schatten des Vulkans

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"Eyjafjallajökull", Beziehungskomödie im Schatten des Vulkans

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2010 legte ein isländischer Vulkan mit kompliziertem Namen den europäischen Flugverkehr lahm, “Eyjafjallajökull”. Die gleichnamige französische Komödie erzählt, wie sich ein geschiedenes Ehepaar notgedrungen gemeinsam durch das von der Aschewolke ausgelöste Verkehrschaos bis nach Griechenland kämpft. Wie macht man eine solche Rolle liebenswert?

Valérie Bonneton: “Indem man die Situation selbst erlebt. Paare, die sich auf der Straße anschreien, finden das nicht komisch, aber bringen uns zum lachen. Wenn man die Wahrheit nimmt und ein wenig überdreht, wird eine Komödie draus.”

Dany Boon: “Stimmt! Humor ist eine ernste Angelegenheit.”

Valérie Bonneton und Danny Boon, die beiden Hauptdarsteller, kennen sich seit über 20 Jahren. International bekannt wurde Boon durch die Erfolgskomödie “Willkommen bei den Sch’tis” aus dem Jahr 2008, mit weltweit über 30 Millionen Kinobesuchern.

Auf dem Münchner Flughafen nimmt die Schicksalsreise ihren Lauf. Kein Flug geht mehr, um es dennoch rechtzeitig zur Hochzeit der gemeinsamen Tochter auf Korfu zu schaffen, machen sich die beiden Ex-Partner auf den Weg. Mit allen Mitteln, heillos zerstritten, aber in Wahrheit gefühlsmäßig immer noch vereint.

Regisseur Alexandre Coffre inspirierte sich an berühmten Vorlagen wie “Der Rosenkrieg” mit Michael Douglas und Kathleen Turner.

Sein Striefen ist eine Mischung aus Action Film, Roadmovie und Komödie. Wie fand er das richtige Gleichgewicht?

Alexandre Coffre: “Indem ich den Film ganz auf die beiden Hauptfiguren konzentrierte, ganz nah bei ihnen blieb, sowohl bei den Actionszenen, als auch den komischen. Die Beziehung zwischen den beiden bringt die Handlung voran. Das alles geschieht nicht zufällig, sondern weil sie eine komplizierte Beziehung haben, dieses Konfliktpotenzial führt komische Momente und Actionszenen herbei.”

Dany Boon: “Ein Roadmovie zu machen ist nicht so einfach. Damit der Zuschauer den ganzen Film über bei der Sache bleibt und an uns glaubt, müssen die beiden Hauptfiguren diverse Wandlungen durchlaufen, die funktionieren und die Geschichte voranbringen.”

Der Dreh bescherte Regisseur und Hauptdarstellern einen 5000 Kilometer langen Europamarathon, von München über Österreich, Albanien und Slowenien bis nach Kroatien, wo die griechischen Szenen gedreht wurden. Alexandre Coffre genoss die grenzübergreifende Zusammenarbeit.

Alexandre Coffre: “Wir hatten ein deutsches, kroatisches, belgisches und französisches Produktionsteam. Dabei traf ich viele talentierte Schauspieler, in Kroatien oder Slowenien. Wunderbare Darsteller, die vom Theater kommen und nur selten die Gelegenheit haben, in Filmen mitzuspielen, weil in ihren Ländern weniger Kinofilme gedreht werden. Es sind sehr begabte Schauspieler, die hervorragend spielen.”

Die Komödie mit dem Stolpertitel kommt nun in die französischen Kinos. Die Filmrechte wurden bereits in über 20 Länder verkauft. Deutschsprachige Premiere ist voraussichtlich im April 2014.